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Hochbegabung = Angst, anders zu sein?

Autor Nachricht
Verfasst am: 09. 08. 10 [08:42]
Nickie
Dabei seit: 04.03.2008
Beiträge: 4029
Ein Test ändert alles, denn dann fühlt man den Druck, Konsequenzen daraus zu ziehen. Eine Hoffnung geht verloren, egal, wie das Ergebnis aussieht.



*geprüfte Schnuffel*
Verfasst am: 09. 08. 10 [22:49]
oesb
Dabei seit: 05.01.2008
Beiträge: 1438
@Nickie nein bei mir war das anders und ich denke das ist bei Jedem unterschiedlich

LG Oesb
*Bitte beachtet die Termine für den HB Stammtisch, den HB Stammtisch für Heranwachsende und den HB Stammtisch für Eltern mit HB Kindern in Hannover! Jeweils der erste Sonntag im ungeraden Monat!*

Verfasst am: 16. 08. 10 [23:06]
Cloudeater
Dabei seit: 02.07.2010
Beiträge: 418
@oesb

Oesb, ich wünsche mir dein Selbstbewusstsein.
Sind wir wirklich alle immer so identisch mit uns selbst, dass wir sagen können "So bin ich."?

Wie war ich denn vor dem Test? Wie bin ich überhaupt?
Zu einem nicht unbeträchtlichen Teil bin ich das, was andere in mir sehen.

Wenn diese Fremdwahrnehmung ständig von der Eigenwahrnehmung abweicht, macht das Angst. Die Angst, nicht so sein zu dürfen, wie man tatsächlich ist.
Eine falsche Fremdwahrnehmung kann in diesem Sinne eine existenzielle Bedrohung sein.
Nicht alle HBs werden von ihrer Umgebung als solche wahrgenommen. Das kann an der Umwelt liegen oder an der Hochbegabten. Jedenfalls führt ein Nichterkennen der HB zu teiweiser Negierung der hb Person.

Vor diesem individuell belastenden Hintergrund kann ein IQ-Test als potentiell weiteres Mittel der inadequaten Fremdeinschätzung befürchtet werden.
Und diesmal mit einem quasioffiziellen "Stempel".

Kurz: Wenn die Fremdeinschätzung bisher immer falsch war, warum sollte dann ausgerechnet ein Test Deckungsgleichheit mit der Eigenwahrnehmung hervorbringen?
Man weiß ja eben nicht, wie der Test ausgeht.

Ich bin froh, dass ich einen Test abgelegt habe... aber die Angst vor dem Test (temporal und kausal) war für mich selbst sehr real.

So ein Testergebnis kann eben potentiell verletzen.
Wenn da schon viele Verletzungen vorausgegangen sind, ist die Angst umso größer.
Unter Umständen ist man nach dem Test dann eben doch "eine andere".


"Das wahre Geheimnis dieser Welt ist das Sichtbare, nicht das Unsichtbare."
Oscar Wilde
Verfasst am: 13. 06. 11 [10:46]
Freigeist
Dabei seit: 25.09.2010
Beiträge: 2112
Ich hatte ganz einfach Angst mich zu blamieren, auf einer völligen falschen Spur zu sein.

Das berüchtigte Buch, ist mir durch einen absoluten Zufall unter die Augen gekommen, aber sowas von zufällig, ohne das zu lesen, wäre ich im Traum nicht darauf gekommen, einen Mensatest zu machen.
Frau Brackmann ist also Schuld icon_mrgreen.gif

Das Mensakriterium hatte ich dann nicht erreicht, trotzdem war dies noch nicht erledigt, innerlich, da ich mit der Haltung " ich kann unmöglich hb sein", extrem gestresst, erschienen bin und nur drei/ vier Stunden geschlafen hatte, den Test hatte meine Autopilot erledigt, denn ich stand völlig neben der Spur, wie oft in Testsitutionen, dann hab ich ne ganze Weile überlegt nochmal einem zu machen, oder zum Psychologen zu gehen.

Das Gelesene, von Leuten , die sich dass nur einbilden, nicht wahrhaben wollen und eben einfach nur neidisch sind, hat dann ständig in meinem Kopf rumgespuckt.
Die immer wiederkehrende nette Bezeichnung Hochbegabtenhysterie.
Da mich dieses hin und her keinen Deut weitergebracht hat, hab ich es einfach mal dabei belassen und beschlossen mich wieder auf andere vorwärtsbringende Sachen zu konzentrieren!


Was ich damit sagen will, die Art und Weise, wie damit umgegangen wird, dass Menschen eine Hb bei sich und/ oder anderen vermuten , wie das bewertet wird, wenn es dann doch nicht so ist, beeinflusst auch den Umgang damit.

Die vielen Informationen und der Zugang, führt eben dazu, dass sich viele damit beschäftigen und in Betracht der beliebten Schlagzeilen " Drama, wo die nicht erkannte Hb hinführt" ist es völlig normal, dass Eltern der Sache nachgehen wollen. als Beispiel

Infos über Adhs, Legastenie, Dyskalkulie, wie äussert sich dies, was ist Scharlach, wie erkenne ich das, also die Infos über Krankheiten, wie finde ich den richtigen Kiga, welche Schule ist geeignet und, und, und, dafür hat man Verständnis und es ist normal, sich zu informieren, auch mal was zu "erkennen" und dann herauszustellen, es ist so nicht.

Vielleicht kann man damit irgendwann mal entspannter umgehen, die andere Alternative wäre eine Rückentwicklung, so wie früher, keiner weiß was davon, bzw. wenig, wenig Forschung, keine Förderung, keine Infos, dann gebe es auch weniger Menschen, die sich erlauben, da mal ganz persönlich nachzuforschen und keine Hysterie und keine Neider mehr icon_cool.gif

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 13.06.2011 um 11:24.]
Verfasst am: 13. 06. 11 [15:05]
Benne
Dabei seit: 27.12.2007
Beiträge: 1481
@Freigeist

Wenn ich bei einem IQ-Test über 130 liege ,bedeutet das ,dass ich hochbegabt bin. Liegt das Ergebnis des Tests unter den 130 ,bedeutet dies allerdings nicht, dass ich es nicht bin! icon_smile.gif


Liebe Grüße...Benne

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 13.06.2011 um 15:26.]

" Überall hin, wonach mir der Sinn steht, tragen mich die Rosse. "

Parmenides
Verfasst am: 15. 06. 11 [18:10]
Emmi
Dabei seit: 18.05.2011
Beiträge: 50
Benne,es gibt einige User,die unter 130 sind und doch eben nicht hochbegabt (ist total cool hier die Einstellung bei Hobee!). Im Forum fällts dann auf,wenn keiner mehr antwortet,weil die Beiträge echt unterirdischschlecht und mächtig oberflächlich dahingezwungen sind. Mir wärs peinlich,wenn ich nicht mithalten kann und doch krampfhaft mithalten will.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 15.06.2011 um 18:11.]

Die Erinnerung ist wie ein Hund, der sich hinlegt, wo er will.
- Cees Nooteboom -
Verfasst am: 15. 06. 11 [18:38]
CarlaM
Dabei seit: 02.02.2009
Beiträge: 74
Ich erlaube mir eine Antwort auf diesen, für mich interessanten, Beitrag:

Cloudeater schrieb:

Sind wir wirklich alle immer so identisch mit uns selbst, dass wir sagen können "So bin ich."?


Auf so eine Frage würde ich persönlich nie kommen, da ich davon ausgehe, dass mein "ich" veränderbar ist. Daher interessiert mich die Antwort auf diese Frage, selbst wenn ich sie mir doch stellen würde, gar nicht.


Cloudeater schrieb:
Wie war ich denn vor dem Test? Wie bin ich überhaupt?

Ich habe noch nie einen solchen Test mitgemacht und halte es für überflüssig, da ich weiß, dass meine Intelligenz beschränkt ist und ich, will ich sie erweitern, etwas tun muss. Ich muss an mir arbeiten, mit mir arbeiten.

Cloudeater schrieb:
Zu einem nicht unbeträchtlichen Teil bin ich das, was andere in mir sehen.

Ja, das sehe ich auch so, aber wenn ich in mir selbst ruhe, ist es nur in bestimmten Punkten relevant für mich, wie mich andere sehen. Viel wichtiger finde ich, zwanglose Akzeptanz des einfach so seins.

Cloudeater schrieb:
Wenn diese Fremdwahrnehmung ständig von der Eigenwahrnehmung abweicht, macht das Angst. Die Angst, nicht so sein zu dürfen, wie man tatsächlich ist.
Eine falsche Fremdwahrnehmung kann in diesem Sinne eine existenzielle Bedrohung sein.

Mir geht es eigentlich Zeit meines Lebens so, dass mich andere für intelligenter halten, als ich mich selbst. Ich fühle mich recht dumm und geistig träge. Ich habe es am liebsten, wenn es mir ohne Anstrengung kommt, aber leider kommt davon nur Mittelmäßiges, also man kommt damit ganz gut durch, aber wird nie wirklich gut sein. So habe ich das lange Zeit gemacht und war chronisch unzufrieden, ständig müde und hielt mich für "dümmst". Erst als ich darauf kam, dass man durch regelmäßiges, fleißiges, diszipliniertes Handeln selbstgesetzte (eigentlich unerreichbar erscheinende) Ziele erreichen kann, ging es mir langsam besser. Ein Test hätte mir dabei auch nicht helfen können, nicht mal als Motivationsinstrument (egal wie er ausgefallen wäre, kann es motivieren).


Cloudeater schrieb:
Vor diesem individuell belastenden Hintergrund kann ein IQ-Test als potentiell weiteres Mittel der inadequaten Fremdeinschätzung befürchtet werden.
Und diesmal mit einem quasioffiziellen "Stempel".

Ein Stempel würde mir nichts bringen.



Verfasst am: 16. 06. 11 [21:14]
Emmi
Dabei seit: 18.05.2011
Beiträge: 50
Mir hat der Stempel geholfen,meinen Lebensweg versöhnlicher zu betrachten. Vieles wurde klarer und konnte besser einsortiert werden. Ich bin froh,einen Test gemacht zu haben. icon_smile.gif

Die Erinnerung ist wie ein Hund, der sich hinlegt, wo er will.
- Cees Nooteboom -
Verfasst am: 17. 06. 11 [06:44]
silv
(gelöscht)
Dabei seit: 03.07.2010
Beiträge: 1416
Hallo Benne & Emmi,

eben entdeck int: wikipedia:

"....Da Intelligenztests (aufgrund unterschiedlicher Aufgabenstellungen) nicht perfekt miteinander korrelieren, kann es durchaus Menschen geben, die nach dem einen Intelligenztest hochbegabt sind, nach dem anderen aber nicht."


Verfasst am: 17. 06. 11 [07:42]
logomania
Themenersteller
Dabei seit: 04.01.2008
Beiträge: 848
Emmi schrieb:
Benne,es gibt einige User,die unter 130 sind und doch eben nicht hochbegabt (ist total cool hier die Einstellung bei Hobee!). Im Forum fällts dann auf,wenn keiner mehr antwortet,weil die Beiträge echt unterirdischschlecht und mächtig oberflächlich dahingezwungen sind. Mir wärs peinlich,wenn ich nicht mithalten kann und doch krampfhaft mithalten will.


Es gibt hier sogar sehr viele user, die entweder nicht getestet oder aber in einem Test u130 hatten. Und Wannabees gibts überall. Hobee verlangt ausdrücklich nur Interesse am Thema als Zugangskriterium.

Es würde mich allerdings interessieren, wie du den IQ aus den Beiträgen oder den Reaktionen darauf ablesen willst.

"Hmm... Difficult. Very difficult. Plenty of courage, I see. Not a bad mind, either. There´s talent, oh my goodness, yes - and a nice thirst to prove yourself, now that´s interesting... So where shall I put you?"
Verfasst am: 17. 06. 11 [07:52]
Benne
Dabei seit: 27.12.2007
Beiträge: 1481
Emmi schrieb:

Benne,es gibt einige User,die unter 130 sind und doch eben nicht hochbegabt (ist total cool hier die Einstellung bei Hobee!). Im Forum fällts dann auf,wenn keiner mehr antwortet,weil die Beiträge echt unterirdischschlecht und mächtig oberflächlich dahingezwungen sind. Mir wärs peinlich,wenn ich nicht mithalten kann und doch krampfhaft mithalten will.


Das ändert aber nichts daran, dass Intelligenztests im Grunde nicht mehr als Momentaufnahmen sind. An einem schlechten Tag hat man da schnell mal 10 - 20 Punkte versemmelt und das, ohne dass man sich seiner schlechten Verfassung wirklich bewusst ist. Ich knoble sehr viel und gehe dabei an die Grenzen meiner intellektuellen Möglichkeiten(dazu bieten sich die zahlreichen High Range Tests an). Gerade wenn man über mehrere Tage an einem solchen Test "arbeitet", werden einem die oft sehr unterschiedlichen Tagesformen schnell bewusst. Sicher sind diese Schwankungen und Anfälligkeiten sehr individuell.

Liebe Grüße...Benne





[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 17.06.2011 um 07:57.]

" Überall hin, wonach mir der Sinn steht, tragen mich die Rosse. "

Parmenides
Verfasst am: 17. 06. 11 [18:52]
Pucky
Dabei seit: 25.12.2007
Beiträge: 269
Im Forum fällts dann auf,wenn keiner mehr antwortet,weil die Beiträge echt unterirdischschlecht und mächtig oberflächlich dahingezwungen sind. Mir wärs peinlich,wenn ich nicht mithalten kann und doch krampfhaft mithalten will.


Das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass Hobees automatisch auch nur hochinteressante, niveauvolle und tiefgreifende Beiträge formulieren, was ich aus Erfahrung - auch außerhalb des Forums - mal dringend anzweifeln möchte!
Verfasst am: 25. 06. 11 [14:02]
Azza
Dabei seit: 24.06.2011
Beiträge: 28
Aus meiner Sicht ist es weniger das Problem Angst davor zu haben womöglich Hochbegabt zu sein, sondern viel eher es eben nicht zu sein. Ich denke die Meisten sind auf der Suche nach etwas, das ihre Andersartigkeit erklären kann und nach Gleichgesinnten. Damit ist nicht gemeint, dass die Hb als Diagnose dienen soll, vielmehr hat man doch die Hoffnung endlich eine Gruppe von Menschen gefunden zu haben, zu denen man sich zugehörig fühlt. Umso enttäuschender, wenn sich dann herausstellen sollte, dass man eben nicht zu dieser Gruppe gehört und weiterhin mit seiner Andersartigkeit alleingelassen wird.
Und darin liegt auch das Dilemma, denn man kann sich auch erst dann sicher sein zu der Gruppe zu gehören (oder eben nicht), wenn man einen Test gemacht hat. Dennoch ist es nachvollziehbar, weshalb so viele mit dieser Entscheidung ringen und Angst davor haben "zu versagen".

Aber das ist nur meine Meinung und muss daher auch nicht geteilt werden.

Alles, was wir glauben zu denken, zu fühlen und zu wissen ist eine Illusion, die lediglich unserer subjektiven Überprüfung standhält.
Verfasst am: 15. 07. 11 [15:17]
Nyka
Dabei seit: 18.08.2009
Beiträge: 38
@ Azza
so wie du es formulierst, kann ich mich darin wieder finden. Es wäre wunderbar, zu entdecken, dass ich einfach zu einer anderen Gruppe gehöre, ohne denken zu müssen, dass mit mir etwas nicht in Ordnung ist und ich mich deshhalb meistens wie von einem anderen Stern fühle; gleichzeitig schüchtert mich der Gedanke auch ein, denn so intelligente Gedanken habe ich ja gar nicht immer, und wie sollte ich in den Gesprächen mit anderen HBs mithalten? Andererseits, vielleicht führen die auch nur solche Gespräche, weil sie von Kindheit an gefördert wurden, und vielleicht konnten sich bei mir solche Gedanken einfach nicht adäquat entwickeln? (Ich denke dabei an eine Geburtestagsfeier eines hb Mitbewohners, bei der sich seine hb Freunde den Ball hin und her spielten, und ich schließlich ziemlich erschüttert gegangen bin, weil der Schmerz so groß war, dass sich mit mir damals, als ich die geistige Herausfoderung gesucht habe, keiner so beschäftigt hat, wie ich es mir gewünscht hatte, im Gegenteil, meine Gedanken als völliger Schwachsinn abgetan wurden...)
Verfasst am: 19. 07. 11 [08:41]
moscito
Dabei seit: 31.10.2010
Beiträge: 1313
Emmi schrieb:

Benne,es gibt einige User,die unter 130 sind und doch eben nicht hochbegabt (ist total cool hier die Einstellung bei Hobee!). Im Forum fällts dann auf,wenn keiner mehr antwortet,weil die Beiträge echt unterirdischschlecht und mächtig oberflächlich dahingezwungen sind. Mir wärs peinlich,wenn ich nicht mithalten kann und doch krampfhaft mithalten will.

Ich glaube, daraus spricht ein wenig die Sichtweise, die Azza präzise mit der Umkehr des Threadthemas getroffen hat:
"Aus meiner Sicht ist es weniger das Problem Angst davor zu haben womöglich Hochbegabt zu sein, sondern viel eher es eben nicht zu sein."

Niemand kann überall mithalten. Ist auch gar nicht notwendig. Ich gehe hier bis auf folgendes kleines Detail mit logomanias Aussage vollkommen konform: Bei hobee gibt es in Ermangelung einer entsprechenden Definition (zumindest per definitionem) keine wannabees.

Die Tatsache, daß Beiträge anderer Forenteilnehmer unsrem eigenen Verständnis zuwiderlaufen, kann viele Ursachen haben, und gerade intelligente Menschen sollten beachten, daß reine Intelligenz nicht davor bewahrt, dumm zu handeln, unklug zu sprechen oder einfach nur "vollkommen anders" zu sein. Und die im HB-Umfeld - zu Recht - oft schmerzlich vermisste und eingeforderte Toleranz sollte nicht vor der eigenen Haustür enden.

mit lieben Grüssen
Moscito