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wieso kann ich kein Mathe???

Autor Nachricht
Verfasst am: 13. 04. 10 [01:28]
Pazifik
Themenersteller
Dabei seit: 15.03.2010
Beiträge: 219
Ich bin schlecht in Mathe, war ich auch schon immer 6er 5er mit Glück mal ne 3 oder zwei. Dasselbe Trauerspiel in den Naturwissenschaften...Mensa attestiert mir 125...wie aussagekräftig ist so ein IQ Test, was mathematische Fähigkeiten betrifft? Ist er bei meinen Mathenoten überhaupt repräsentativ? Es geht bei mir soweit, dass ich meine Stärken im sprachlichen Bereich v.a. im Deutschen und in den gesellschaftspolitischen Fächern nicht zu würdigen weiß, sondern seit Jahren versuche mir eine naturwissenschaftliche Bildung anzueignen. Wieso kann ich die sprachliche Logik nicht auf den Zahlenraum übertragen? Wieso kann ich die kompliziertesten historischen Texte beim ersten Lesen begreifen, ein einfaches physikalisches Gesetz aber nur mit viel Mühe und Anstrengung? Wo ist er denn der g-Faktor beim Lösen von Gleichungen? Der soll doch so hoch sein beim IQ von 125? icon_biggrin.gif
An Theorien mangelt es nicht: Verdacht auf leichtes ADS, deswegen vllt. einfach ein Mangel an Konzentration bei Themen die mich nicht interessiern (Matheunterricht?) Und natürlich mein MISERABLES räumliches Vorstellungsvermögen, dass verhindert dass ich mir viele physikalische Vorgänge und mathematische Abläufe (Graphen in Analysis, oder Geometrie generell) einfach nicht vorstellen kann?
Und dabei wäre ich so gern Ingenieur geworden, vllt. eine Art von emotionalem Homo Faber.
Jedenfalls habe ich keine Lust lang mein Leben lang nur über die sog. klassische Bildung zu verfügen...Ich will nicht so ein Fachidiot werden und träume immer noch vom Studium generale...ich möchte mein Wissen nicht nur auf Literatur, Geschichte und Politik beschränkt "wissen" icon_frown.gifgrinicon_smile.gif
Was soll ich machen? Resignieren? (Das Wort habe ich übrigens bewusst zum ersten mal in der zehnten Klasse gehört, mein Mathelehrer fragte mich nach jeder weiteren sechs, ob ich nun resigniert hätte icon_biggrin.gif )
Oder soll ich micht weiter bemühen und auf die "Erleuchtung" hoffen?
Was meint ihr?
Verfasst am: 13. 04. 10 [07:37]
Doppelhelix
(gelöscht)
Dabei seit: 18.03.2008
Beiträge: 376
"Warum kann ich einfach nicht fliegen? Ich habe verstanden wie es gehen soll, ich bin flink, stark und motiviert." brüllte der Fisch, während er zum 10. Mal von einem Baum sprang. icon_cheesygrin.gif

Meiner Meinung nach geht es da nicht um Resignation sondern um Akzeptanz.
Verfasst am: 13. 04. 10 [10:11]
robin
Dabei seit: 26.12.2007
Beiträge: 726
Doppelhelix schrieb:

"Warum kann ich einfach nicht fliegen? Ich habe verstanden wie es gehen soll, ich bin flink, stark und motiviert." brüllte der Fisch, während er zum 10. Mal von einem Baum sprang. icon_cheesygrin.gif


Das ist ja genial! Deine Schöpfung?

Kenntnisse kann jedermann haben, aber die Kunst zu denken, ist das seltenste Geschenk der Natur.

Friedrich der Große

Verfasst am: 13. 04. 10 [15:21]
Kat
Dabei seit: 09.08.2009
Beiträge: 1986
Och, Pazifik, ich hab's mit Mathe auch nicht besonders am Hut - zwar keine 5er, aber absolut kein Interesse daran gehabt, das gleiche bei Physik, und mich entsprechend auch möglichst wenig mit beschäftigt. icon_wink.gif Aber das macht doch nichts! Zum einen heißt das nicht, daß wir dumm sind, zum anderen können wir uns trotzdem mit Naturwissenschaften beschäftigen! Ich habe z.B. sehr großes Interesse an Biologie, an Chemie etwas weniger, aber doch ansatzweise, und chemische Formeln gehen dann auch in mein Hirn rein. Und bisher klappt auch das Fernstudium Psychologie, was ja ein bißchen an der Grenze zwischen Sozial- und Naturwissenschaft liegt.

Also Kopf hoch und laß dir nicht einreden, nur weil man keine Mathe könne, sei man nichts wert!

"Espérer, parce que la terre est belle,
Quand une étoile s'éteint, elle n'éteint pas le ciel."
(M. Sardou)
Verfasst am: 13. 04. 10 [16:14]
foxie
Dabei seit: 26.02.2008
Beiträge: 2396
Vielleicht einfach weil du andere Talente und Interessen hast...
Nur weil man HB ist, kann man noch lääääääääääängst nicht alles, und hat auch nicht überall wirklich Talent…und selbst wenn man für etwas Talent hat, ist das ja noch kein Garant für Erfolg…Tun muss man für das Allermeiste einiges, um erfolgreich zu werden…auch als HBchen.

- geprüfte Schnuffellin I -
Verfasst am: 13. 04. 10 [17:53]
Doppelhelix
(gelöscht)
Dabei seit: 18.03.2008
Beiträge: 376
@robin

Jawohl. Danke für die Blumen! icon_roses.gif icon_cheesygrin.gif
Verfasst am: 14. 04. 10 [08:23]
Pia_P
Dabei seit: 11.01.2009
Beiträge: 380
Pazifik schrieb:


Was soll ich machen? Resignieren?
Oder soll ich micht weiter bemühen und auf die "Erleuchtung" hoffen?
Was meint ihr?



Naja, es gibt ja vielleicht noch eine Zwischenlösung zwischen Resignieren und Mathegenie. Worum geht es dir denn? Interessiert dich Mathe wirklich, also die Sache an sich, dann kannst du doch deinem Interesse folgen und dir in deinem eigenen Tempo das aneignen, was dich interessiert. Gibt ja zum Glück Bücher in verschiedenen "Schwierigkeitsgraden". Oder geht es dir darum, dich dahingehend zu beweisen, dass deine Hochbegabung eben eine Hochbegabung generale sein soll?

Ich schließe mich der Fischgeschichte an (die ich auch sehr gelungen finde), es ist nicht jedem jedes Talent gegeben. Aber wenn dich etwas wirklich interessiert, kannst du doch dranbleiben.

Ich selbst habe mich weder in Mathe noch Physik in der Schule mit Ruhm bekleckert, das war eher ein aussichtsloser Kampf. Später habe ich festgestellt, dass mich bestimmte Bereiche der Physik aber doch interessieren und jetzt lese ich eben Bücher dazu. Deshalb verstehe ich noch lange nicht alles und werde auch nie große Leistungen darin bringen, aber das ist mir letzten Endes auch wurscht. Ich lerne, und darum geht es.

Solltest du deine Mathefähigkeiten "erzwingen" wollen geht das vielleicht mit langem Atem, viel viel Übung und ranklotzen. Aber dann würde ich mich etwas fragen, warum es dir soooo wichtig ist, auch in diesem Bereich Höchstleistungen zu bringen. Warum musst/willst du perfekt sein?
Verfasst am: 14. 04. 10 [12:56]
Pazifik
Themenersteller
Dabei seit: 15.03.2010
Beiträge: 219
Nun, zum einen bewundere ich natürlcih Leute, die auf diesen Gebieten herausragend sind...das ist einfach so. zum anderen will man natürlcih auch immer das haben, was man nicht hat...es hängt auch mit meinem selbstverständnis eines intelligenten Menschens zusammen; man kann doch nicht für sich in Anspruh nehmen (hoch)intelligent zu sein und gleichzeitig eine Null auf einem Gebiet wie Mathe, das ja stark mit intelligenz korreliert, sein. Hinzu kommt auch, dass ich mit meinen 22 jahren eine Allgemeinbildung anstrebe, die nicht nur Literatur und Politk usw. beinhaltet, sondern eben auch die Naturwissenschaften. Ich will mich doch nicht zeitlebens bei diskussionen über naturwissenschaftliche Themen ausklinken müssen, nur weil ich nix versteh. Und zu guter letzt war die frage auch von meiner Neugier intendiert, mich interessiert es einfach ob es auch andere (hoch)begabte gibt, die in Mathe versagen.
Verfasst am: 14. 04. 10 [13:25]
Kat
Dabei seit: 09.08.2009
Beiträge: 1986
Pazifik, wenn es nur generell um "Mitreden-Können" geht, würde ich dir zu den diversen netten Zeitschriften für das breite Publikum raten - da gibt es durchaus gut gemachte, die auch einen gewissen Anspruch haben, und man kann sich mit Theorien über das Rieseln von Sand (Physik) oder ähnlichem zumindest grundsätzlich auseinandersetzen, ohne völlig vom Glauben abzufallen. icon_smile.gif Und wenn dann etwas besonders interessant ist, kann man das auch weiter vertiefen.

(Übrigens kann ich bei Diskussionen über Quantenphysik auch nicht mithalten - interessiert mich auch nicht - geht es dagegen um Neuropsychologie, bin ich voll dabei - also heißt das alles gar nichts.)

"Espérer, parce que la terre est belle,
Quand une étoile s'éteint, elle n'éteint pas le ciel."
(M. Sardou)
Verfasst am: 15. 04. 10 [06:20]
mohlitz
Dabei seit: 28.12.2007
Beiträge: 960
Hallo Pazifik,

erst ab 130 bekommt man automatisch in allen Fächern eine 1.
icon_wink.gif

Meiner Meinung nach sind Schulnoten nicht wirklich geeignet,
die Fähigkeit zum Verständniss eines Faches auf Dauer zu
belegen.

Wenn Dich Mathe wirklich interressiert, wirst Du Dich irgendwann
auch mal mehr damit beschäftigen. Und wenn nicht, mache doch
einfach etwas, woran Du Spaß hast.

Beste Grüße
Dirk

Verfasst am: 17. 04. 10 [10:01]
Pia_P
Dabei seit: 11.01.2009
Beiträge: 380
Pazifik schrieb:

es hängt auch mit meinem selbstverständnis eines intelligenten Menschens zusammen; man kann doch nicht für sich in Anspruh nehmen (hoch)intelligent zu sein und gleichzeitig eine Null auf einem Gebiet wie Mathe, das ja stark mit intelligenz korreliert, sein.


Wieso nicht?
Hier könnten wir natürlich jetzt wieder die alte Diskussion anfangen, wie man hochintelligent definiert.Ich finde es etwas gewagt, zu behaupten, dass wenn man in einem Fachgebiet (das meinetwegen logisches Denken und Abstraktionsfähigkeit erfordert) nicht herausragend ist, sich die hohe Intelligenz nicht ohne Magenschmerzen zugestehen sollte. Obwohl, ich denke jetzt wohl doch eher an HochBEGABUNG. Das ist vielleicht nochmal etwas anderes. Mit deiner Aussage watschtst du allerdings schon einige Geisteswissenschaftler ab, die Literaturexperten, Philosophen, Sprachwissenschaftler usw, denen Mathe vielleicht schnurz ist. Dürfen die nicht von sich behaupten, hochintelligent zu sein, wenn sie sich mit den großen Fragen der Kulturgeschichte und der Menscheit in der Tiefe beschäftigen, nur weil sie vielleicht die höhere Mathematik nicht verstehen?


Pazifik schrieb:

Und zu guter letzt war die frage auch von meiner Neugier intendiert, mich interessiert es einfach ob es auch andere (hoch)begabte gibt, die in Mathe versagen.


Gibt es. In meinem Fall liegen zahlreiche schriftliche Beweise vor
icon_biggrin.gif
Verfasst am: 17. 04. 10 [12:24]
anouk
Dabei seit: 13.12.2007
Beiträge: 7264
Versagen in Mathe? Ich formuliere es für mich um: In Mathe war ich nur dann gut, wenn es darum ging, eine hässliche Note für das Zeugnis doch etwas geschmeidiger aussehen zu lassen. icon_cool.gif

Das hatte eher etwas damit zu tun, dass ich andere Fächer interessanter fand und z. B. Mathe bei mir unter "ferner liefen" abgespeichert war. Mit ein bisschen Üben glich sich dann die eine oder andere Note schnell wieder aus. icon_wink.gif

Mittlerweile habe ich beobachtet, dass vermeintlich schwache Schüler mit einer auf sie selbst passgenau zugeschnittenen Unterstützung am Ende auch Mathe kapieren können. Im normalen Unterricht ist dieses leider kaum möglich und kann daher fast nur im privaten Umfeld mit einer richtig guten und einfühlsamen Erklärung umgesetzt werden.

Manchmal bedarf es skuriller Umwege, um endlich die ach so blöde Rechenformel oder Textaufgabe zu verstehen. Da ist viel Phantasie bei der Nachhilfe gefragt, um erst einmal herauszufinden, an welchem Punkt der verzweifelte Schüler seine Blockade überwinden wird.

Manchmal ähnelt Kommunikation dem Gehen in Stilettos auf Kopfsteinpflaster. http://s2.rimg.info/8aad7be95ef1530cba1d004358238412.gif
Verfasst am: 17. 04. 10 [13:34]
Thalheim
Dabei seit: 19.04.2009
Beiträge: 2596
anouk schrieb:


Das hatte eher etwas damit zu tun, dass ich andere Fächer interessanter fand und z. B. Mathe bei mir unter "ferner liefen" abgespeichert war. ….




Parallele - Zwei Geraden schneiden sich im Unnendlichen

anouk schrieb:


Manchmal bedarf es skuriller Umwege, um endlich die ach so blöde Rechenformel




Ein Soziologe ein Physiker und zwei Mathematiker fahren mit dem Zug. Der Soziologe sieht auf einer Wiese 2 schwarze Schafe
stehen und folgert: "In dieser Gegend sind alle Schafe schwarz" Der
Physiker folgert: "Das ist nicht korrekt. Alles was wir wissen ist, daß
mindestens 2 Schafe schwarz sind!" Der Mathematiker folgert dann:
"Falsch! Alles was wir wissen ist, daß es mindestens 2 Schafe gibt, die
mindestens auf einer Seite schwarz sind!" Da folgert der zweite Mathematiker:
"Das einzige, was wir zu wissen glauben, ist: Es gibt hier mindestens ein
Schaf, daß von mindestens einer Seite betrachtet, bei Beleuchtung mit weißem
Licht einem Beobachter schwarz erscheint."


Was man besitzt, das sieht man nicht und davon weiß man kaum.

(Hermann Hesse)
Verfasst am: 19. 04. 10 [21:29]
lin
Dabei seit: 10.10.2009
Beiträge: 601
Was ist Mathe?

Das Einmaleins?
Der Dreisatz?
Die Trigonometrie?
Die Algebra?

Warum kann ich super mit Buchstaben rechnen aber bin so schusslig 124 und 200 zu 224 zusammen zu rechnen?

Warum kann ich Technisch Zeichnen und Geometrie aber bin nicht fähig auszurechnen wieviel zu welcher Brunnenröhre reinläuft und zum Abfluss wieder raus?

Mathe ist nicht einfach Mathe... jedenfalls bei mir nicht...

Was kannst du denn davon am besten?



Ich bin weniger hoch- als breitbegabt icon_wink.gif

Verfasst am: 20. 04. 10 [00:25]
mohlitz
Dabei seit: 28.12.2007
Beiträge: 960
Warum kann ich keine deutsche Grammatik?
Und französische sowieso nicht, die lehne ich grundsätzlich ab ...

Warum schreibe ich Kurzgeschichten für meine Tochter
über drei Seiten, ohne dass die Rechtschreibkorrektur bei
Word anschlägt? (Wahrscheinlich nicht eingeschaltet icon_wink.gif )

Klar, ich hab´ nen Virus eingefangen der sich "interrest for all" nennt.

Ich musste nicht wissen, was ein Plusquamperfekt ist, um ihn trotzdem
benutzt zu haben. (An die Deutschlehrer: Richtig so? Richtig!)

Also ich kann es. Also kannst Du es auch. Intuitiv.

Mach das Beste draus ...

Allerbeste
Dirk