Du bist hier: Forum / Übersicht
Sat, 19. May 2012 - 06:47 (CEST)

Anmelden

Du kannst Dich hier mit Usernamen und Passwort anmelden, um Zugang zu den geschützten Bereichen zu erhalten.






Interessante Buchtipps

Pragmatisches Denken und Lernen Andy Hunt
Pragmatisches Denken und Lernen
Refactor Your Wetware!

Hochbegabte Kinder - ihre Eltern, ihre Lehrer James T. Webb,
Elisabeth A. Meckstroth,
Stephanie S. Tolan
Hochbegabte Kinder - ihre Eltern, ihre Lehrer
Ein Ratgeber

Irgendwie Anders Kathryn Cave,
Chris Riddell
Irgendwie Anders
 

Gastzugang

Gäste könnnen in diesem, dem offenen Bereich, ohne Anmeldung lesen. Wenn Du in diesem Forum jedoch etwas schreiben möchtest, ist es nötig, dass Du Dich anmeldest. Um zu schreiben und zu den Mitgliederbereichen Zugang zu erhalten, kannst Du Dich daher Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterregistrieren, dann steht Dir nach der Freischaltung des Benutzerkontos das Forum offen.

Sensibilität, Empathie und Gefühle

Autor Nachricht
Verfasst am: 19. 08. 11 [04:35]
sceptic
(gelöscht)
Dabei seit: 10.11.2010
Beiträge: 206
Ich bin ja doch froh dass ich mich im letzten Jahr hier nach meinem einleitenden und abschließenden Thread zu "Hochbegabung, Metakognition und Kulturkritik" nicht ganz abgemeldet habe.

Die Antworten zu dem Thread heute doch mal gelesen - und ich würde ja u.a. gerne mal ein Fürsprecher für falsch eingeschätzte philosophische Denker sein.
Zum Beispiel eben Adorno - den ich in oben genanntem Thread zitiert habe und der dort (wie andere Aufgeführte - E. Fromm, A. Miller, F. Nietzsche) dann u.a. mit reinem "Wissen" gleichgesetzt wird.

Wie falsch kann man liegen.

Aber ich weiß dass ich gerade Adorno früher genau so in meiner Unwissenheit begegnet bin und ich nur genervt war wenn junge Menschen um die 20 Adorno zitierten ohne das Gefühl dahinter zu kennen. Denn es geht nicht um schlaues Daherreden.

Nur mal so als Beispiel: „Die Philosophie ist eigentlich dazu da, das einzulösen, was im Blick eines Tieres liegt“ (Adorno)

Das hat so unendlich viel mit Gefühlen zu tun und nicht mit Wissen.

Oder von Nietzsche gibt es ja die (wenn auch etwas umstrittene Geschichte) dass er einem vom Kutscher geschundenes Pferd zur Hilfe eilte und sich dem hilflosen Lebewesen schluchzend an den Hals warf.

Genau wie Nietzsche war Adorno wohl ein hochsensibler Mensch der seinen Geist und das Wort dazu nutzte mit den Abgründen dieser Welt klar zu kommen. Der Untertitel zu Adornos bekannter "Minima Moralia" ist ja auch "Reflexionen aus dem beschädigten Leben"

Daher ist "Kulturkritik" ja ob nun bei Nietzsche, Adorno oder vielen Anderen (wie eben auch bei mir) kein Spaß an der Freude um jemanden oder irgendetwas mal ein wenig 'schlecht zu machen' - leider verstehen dies aber natürlich (auch hier!) viel zu viele so - sondern ein Ventil für zuviel Empathie.
Um Menschen wie Adorno oder Nietzsche zu verstehen braucht man in erster Linie keine große geistige Begabung sondern eine emotionale.

Nur mal als Hinweis für einige Interessierte (vielleicht auch Jüngere) hier im Forum sich von 'schlauen' Namen nicht abschrecken zu lassen.
Ich empfinde viele 'schlaue' Denker einfach oft als Trost in einer Welt voll von Ignoranz und Gleichgültigkeit.
Wer sich heutzutage z.B. noch genüsslich und unkritisch das menschenverachtende Fernseh-Programm anschaut und herzlich über 'Humor' bei TV-Total&Co. lacht ... der mag sich 'schlau' oder 'hochbegabt' bezeichnen - aber doch auch nur eines der seelenlosen Männchen sein die einem nächsten hochbegabten Hitler die Hand zum Gruße heben - oder einem hochbegabten Eichmann den Nacken massieren zu besseren Überlegungen der Ungewollten-Frage.

P.S.: Auch wenn Adorno natürlich schon einige Jahrzehnte nicht mehr lebt sind seine Gedanken zeitlos. Daher ein Link für Interessierte http://www.youtube.com/watch?v=iqIPOGIlKFI&feature=related

[Dieser Beitrag wurde 3mal bearbeitet, zuletzt am 24.08.2011 um 15:59.]