| Autor |
Nachricht |
|
Verfasst am: 16. 08. 10 [21:10]
|
|
Nyka
Themenersteller
Dabei seit: 18.08.2009
Beiträge: 37
|
Hallo,
ich frage mich immerwieder folgendes: Wenn ich durch Beobachtungen schon früh zu bestimmten Schlüssen komme, ohne selbst die Erfahrung gemacht zu haben, entgeht mir dann etwas? Im 2. Semester hat uns ein Dozent zu einem netten Plausch über unser Studium und eventuelle Fragen eingeladen. Ich meinte ganz schüchtern, dass ich den Eindruck habe, nicht wirklich etwas zu wissen durch mein Studium, worauf der Dozent antwortete, dann sei das Lernziel erfüllt Ich bin mir immernoch nicht sicher, ob er und ich das selbe gemeint haben, aber wenn er gemeint hat, dass ich durch das Studium - Soziologie - nicht wirklich viel mehr von Bestand zu wissen glaube über die Welt, dann frage ich mich, ob mir ein wichtiger Entwicklungsprozeß - identifizieren mit den Theorien, Krise, neue Sicht (oder so) entgangen ist, einfach nur dadurch, dass ich denke. Ich mag mein Studium, aber für mich sind das alles Theorien. Vielleicht zweifle ich einfach auch sehr schnell etwas an -
Wie seht ihr das, verhindert zu viel oder zu schnell denken manchmal eine persönliche Entwicklung? Kann man das überhaupt stoppen, indem man die Zweifel beiseite schiebt und den ganzen Prozeß durchlebt, obwohl man dann am Ende zu den gleichen Schlüssen kommt?
LG Nyka
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 16.08.2010 um 21:11.]
|
|
Verfasst am: 16. 08. 10 [21:48]
|
|
Nickie
Dabei seit: 04.03.2008
Beiträge: 3797
|
Es kommt drauf an, um was es geht. Bei sachlichen Themen kann man glaube ich ohne große Verluste aus den Erfahrungen anderer lernen.
Dazu passend auch der Spruch: "Lerne aus den Fehlern anderer, denn du hast nicht die Zeit, alle selber zu machen."
Bei emotionalen Themen ist es oft aber etwas ganz anderes, ob man von anderen davon hört oder die Erfahrung selbst macht.
*geprüfte Schnuffel*
|
|
Verfasst am: 16. 08. 10 [22:04]
|
|
Nyka
Themenersteller
Dabei seit: 18.08.2009
Beiträge: 37
|
hm, ja - kommt jetzt wohl drauf an, ob man solche Erkenntnisse im Studium als emotionale Erfahrung sieht, an der man reifen kann - für manche scheint es wichtig zu sein, solche Sinnkrisen im Studium zu überstehen - oder als sachliche Erkenntnis, dass soziologische Theorien nicht dazu taugen, das Leben zu erklären..
|
|
Verfasst am: 16. 08. 10 [23:15]
|
|
Nickie
Dabei seit: 04.03.2008
Beiträge: 3797
|
Wenn es um Menschen geht (wie in der Soziologie), spielen immer Empotionen mit rein, insofern ist es wohl sinnvoll, so viele persönliche Erfahrungen wie möglich zu machen und diese dann mit Hilfe der Theorie einzuordnen und zu verstehen.
*geprüfte Schnuffel*
|
|
Verfasst am: 17. 08. 10 [11:03]
|
|
Kat
Dabei seit: 09.08.2009
Beiträge: 1922
|
Das Anzweifeln von Theorien und Erkenntnissen ist ja wichtiger Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeit. Insofern bringst du eigentlich hervorragende Voraussetzungen dafür mit, dein Studium nicht nur erfolgreich abschließen zu können, sondern auch später im wissenschaftlichen Bereich tätig zu sein. Denn die Idee ist doch, diese Theorien anzweifeln und nach "Erfahrungen" (im Sinne von empirischen Daten) zu suchen, die diese Theorien belegen oder nicht. Um anschließend eventuell eigene Theorien aufzustellen bzw. bestehende zu verbessern.
Faktenwissen anzueignen, ist der kleinste Teil des Studiums und kann eh jederzeit nachgeholt werden!
Edit: Ich finde ja manche Theorien und Annahmen ansprechender und besser begründet als andere. Aber mich wirklich mit einer identifiziert und anschließend eine Sinnkrise gehabt, das kenne ich überhaupt nicht und bezweifle einfach mal, daß man das muß.
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 17.08.2010 um 11:04.]
"Espérer, parce que la terre est belle,
Quand une étoile s'éteint, elle n'éteint pas le ciel."
(M. Sardou)
|