Du bist hier: Forum / Übersicht
Sat, 19. May 2012 - 05:09 (CEST)

Anmelden

Du kannst Dich hier mit Usernamen und Passwort anmelden, um Zugang zu den geschützten Bereichen zu erhalten.






Interessante Buchtipps

Der alte König in seinem Exil Arno Geiger
Der alte König in seinem Exil
 

Pragmatisches Denken und Lernen Andy Hunt
Pragmatisches Denken und Lernen
Refactor Your Wetware!

Lilo Lametta Yvonne Kopf
Lilo Lametta
 

Gastzugang

Gäste könnnen in diesem, dem offenen Bereich, ohne Anmeldung lesen. Wenn Du in diesem Forum jedoch etwas schreiben möchtest, ist es nötig, dass Du Dich anmeldest. Um zu schreiben und zu den Mitgliederbereichen Zugang zu erhalten, kannst Du Dich daher Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterregistrieren, dann steht Dir nach der Freischaltung des Benutzerkontos das Forum offen.

Rezension zu "Ganz normal hochbegabt" von Andrea Brackmann

Autor Nachricht
Verfasst am: 25. 01. 08 [16:03]
logomania
Themenersteller
Dabei seit: 04.01.2008
Beiträge: 848
Ich arbeite ja in der Buchbranche und habe da auch mit Manuskripten zu tun.
Dass der ursprüngliche Text vom Lektor be- und manchmal auch überarbeitet wird ist ganz normal - vor allem bei wenig routinierten Schreibern gibt es da ganz horrende Vermurksungen. Da kann es zu mehreren Überarbeitungen kommen, bis die endgültige Fassung "steht".
Das geschieht, da es auch eine rechtliche Frage hinsichtlich des geistigen Eigentums ist, aber entweder durch den Urheber des Textes selbst oder aber mit seinem Einverständnis, und der Urheber des Textes muss die endgültige Fassung daher auch immer schriftlich (d.h. mit Unterschrift) absegnen. Sonst darf der Verlag den Text gar nicht abdrucken.

Da es sich bei den Biografien durchweg um Schreib-Amateure handelte (nehme ich jedenfalls an), muss man sogar davon ausgehen, dass es zu erheblichen Kürzungen und Umstellungen gekommen ist, denn besonders biografische Schriften sind extrem schwierig, da das eigene Leben für Aussenstehende verständlich geschildert werden soll und die Betriebsblindheit dem im Wege steht.

Ganz sicher stellen die Berichte so etwas wie eine Essenz aus dem Leben der Betroffenen dar - und die schüttelt man nicht mal eben so druckreif aus dem Ärmel.

So, genug gefachsimpelt,
logomania

"Hmm... Difficult. Very difficult. Plenty of courage, I see. Not a bad mind, either. There´s talent, oh my goodness, yes - and a nice thirst to prove yourself, now that´s interesting... So where shall I put you?"
Verfasst am: 25. 01. 08 [19:24]
mamuesp
Dabei seit: 13.12.2007
Beiträge: 7115
Auch wenn ich selbst die Erfahrung gemacht habe, dass z.B. bei meinem ersten veröffentlichten Artikel das, was gedruckt wurde, nur wenig mit dem gemein hatte, was ich abgegeben habe (inhaltlich schon!) und ich somit die Technik des Redigierens mit voller Breitseite erlebte und auch als normal empfand, glaube ich, dass dies in dem Brackmann-Buch nicht geschehen ist. Dafür sind die Biografien stilistisch zu unterschiedlich.

Ich gehe davon aus, dass unwesentliches gekürzt und Fehler ausgebügelt wurden und der Rest so blieb, wie er war. Stand nicht so etwas ähnliches auch im Text (kanns gearde nicht nachprüfen)?

Gruß, mamuesp

http://www.smilies.4-user.de/include/YouSmileys/wappen-smileys-Rheinland-Pfalz.gif "Es ist normal, anders zu sein." - erleichterte Erkenntnis eines 'HB-Kids' ... http://www.hobee.org/fileadmin/pics/smilies/yapbo.gif

Avatar © sarah5 - Fotolia.com
Verfasst am: 02. 02. 08 [16:00]
logomania
Themenersteller
Dabei seit: 04.01.2008
Beiträge: 848
Ich habe das Buch gerade ausgeliehen, kann auch nicht reingucken.

Ich glaube inzwischen, dass die Rezensentin das Buch nur überflogen und nicht im Einzelnen gelesen und bewertet hat - ihre Bewertung ist doch arg plakativ. icon_evil.gif

Schade, so werden nur wieder die alten Vorurteile bestätigt.

"Hmm... Difficult. Very difficult. Plenty of courage, I see. Not a bad mind, either. There´s talent, oh my goodness, yes - and a nice thirst to prove yourself, now that´s interesting... So where shall I put you?"
Verfasst am: 06. 02. 08 [17:43]
asmodis
Dabei seit: 24.12.2007
Beiträge: 452
So, ich hab's jetzt auch gelesen. Einige Passagen sogar mehrmals, weil ich sie interessant fand. Wenn die dort abgedruckten Bios schon "exorbitant exzentrisch, grenzgängerisch und nonkonformistisch" sein sollen - wie würde dann erst meine eigene bezeichnet werden? Und um ehrlich zu sein - ich habe mich in sehr vielen der Berichte wiedergefunden, inklusive des "Alien-Gefühls". Insofern kann ich aus rein persönlicher Sicht nur sagen, dass die Brackmann den Nagel ziemlich gut auf den Kopf getroffen hat. Die Rezensentin hingegen wohl eher weniger.


In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat. (Carl von Ossietzky)
Verfasst am: 28. 03. 08 [15:48]
Goldauge
Dabei seit: 18.03.2008
Beiträge: 54
Hihi, ich finde die Rezension eher lustig. Jedenfalls wundert es mich nicht mehr, dass ich, wenn ich offen meine Meinung sage, schief angeguckt werde. Ich habe gerade die Scottie-Geschichte als unglaublich "normal" und nachvollziehbar empfunden. So ehrliche Rückmeldungen bekommt man ja im Normalfall eher selten und es ist schon interessant zu erfahren, wie Andere mein "normales Erleben" tatsächlich beurteilen würden.

Lg Goldauge

Die Natur selbst ist wie ein Herd: Wir können das Feuer wiederbeleben, solange noch Glut da ist.
- Thor Heyerdahl -
Verfasst am: 23. 05. 08 [20:43]
Chaotin
Dabei seit: 02.01.2008
Beiträge: 230
Habe gerade endlich auch Brackmanns 2. Werk verschlungen (was ich seit diesem Thread hier dringend vor hatte) und kann die Rezension nicht nachvollziehen.
Gerade "Beam me up Scottie" ist doch völlig normal, wenn das exzentrisch ist, was bin ich dann icon_neutral.gif
Es gibt für Hochbegabte keine Standard-Biographie aber doch konnte ich mit einer Ausnahme (nämlich "Leben heißt, Probleme zu lösen) > liegt vielleicht am Aufwachsen in anderen Kulturkreisen oder der Verfasser ist höchstbegabt?) in allen Erlebnisweisen wiederfinden, was mich je näher es an meiner Biographie dran war wieder gleichzeitig erschüttert und begeistert hat.
Auf diesem Gefühlssturm in mir war ich vor dem Lesen nicht vorbereitet, ich dachte ich hätte mich durch meinen Aufenthalt hier schon besser daran gewöhnt.
Dann lese ich so eine Rezension und komme mir wieder vor wie ein Alien - tja, vielleicht ist das keine Neurose sondern liegt doch daran, dass man tatsächlich so gesehen wird? Es macht mich wütend und ich wäre dafür diese seltsame Autorin zur Strafe mal einen Monat hier bei HOBEE einzusperren, mal gucken wer hier der wahre Alien ist icon_mrgreen.gif

Du sollst der werden, der du bist. (Nietzsche)
Jetzt bin ich wer ich bin - ein Premium-Schnuffel
(@ abstraktius)
Verfasst am: 24. 05. 08 [06:21]
pinwizz
(gelöscht)
Dabei seit: 23.12.2007
Beiträge: 963
Dann lese ich so eine Rezension und komme mir wieder vor wie ein Alien…


Ich sach's ja imma wida gernä:

Wie solll man sich vorkommen und beschreiben wie ein(en) Alien, wenn man
1_nie einer war
2_ es keine gibt

???

icon_mrgreen.gif icon_mrgreen.gif icon_mrgreen.gif (Huch, jertzt verstehe ich endlich, wozu diese gruenen Dinger sind - sie sollen anscheinend ein Alien-Gefühl vermitteln [was auch immer das ist…])

MfG,

The Mekon
Verfasst am: 24. 05. 08 [22:21]
katika
(gelöscht)
Dabei seit: 25.12.2007
Beiträge: 743
Ich habe die Rezension von Frau Till selbst nicht gelesen, jedoch beide Brackmann - Bücher.

Ich hatte einmal ein Erlebnis in dem mir ganz deutlich bewusst wurde, wie anders HBler tatsächlich sind und das es für einen NBler eigentlich nur einen Weg gibt mit uns umzugehen: Toleranz. Wer sich nie mit "uns" auseinandergesetzt hat, wird "uns" immer als exorbitant, exzentrisch etc. bezeichnen.

Ich denke, die Kunst liegt darin, sich als Alien in eine Gesellschaft, eine Welt zu integrieren, die nicht die eigene ist.

Ich frage mich eher, wie Frau Till reagiert, wenn sie nach einiger Zeit feststelt, dass in ihrem engesten Bekannten- und Freundeskreis ein "exorbitanter" HBler lebt. Ich denke, viel von dem "Mythos" HB geht verloren, wenn man selbst jemanden kennt, von dem man es nicht wusste.

Zu dem "Beam me up Scottie" - Beispiel: könnte es nicht auch, gerade am Anfang, eine "ganz normale" Teenager- und Jugendbiographie der "heutigen" Zeit sein...???

Ich finde mich und meine Biographie auch vollkommen "normal"; die "anderen" sehen das aber eben nun mal nicht so... Und damit sind wir wieder bei der Frage "Was ist eigentlich normal"???

LG
Katika
Verfasst am: 25. 05. 08 [23:23]
logomania
Themenersteller
Dabei seit: 04.01.2008
Beiträge: 848
katika schrieb:
Ich habe die Rezension von Frau Till selbst nicht gelesen, jedoch beide Brackmann - Bücher.

Die Rezension von Frau Till findest du am Anfang des threads - viel länger war sie nicht, ich habe nicht viel gekürzt.

katika schrieb:
Zu dem "Beam me up Scottie" - Beispiel: könnte es nicht auch, gerade am Anfang, eine "ganz normale" Teenager- und Jugendbiographie der "heutigen" Zeit sein...???

Wie meinst du das - dass es heutzutage allen Hbchens so geht? Aber heute wird doch viel mehr getestet und gefördert und gesprungen als noch vor ein paar Jahren, geschweige denn Jahrzehnten...

katika schrieb:
"Was ist eigentlich normal"???

Gute Frage! Nächste Frage... icon_wink.gif Ich denke mal, das Problem liegt weniger darin, was tatsächlich "normal" ist ("Ganz normal hochbegabt"), sondern was als normgerecht akzeptiert wird von der Allgemeinheit. Und da gibt es dann die Differenz, was Hbs normal finden und was die anderen, sofern sie sich damit konfrontiert sehen.

Ich finde mich ja auch ziemlich normal, aber die Rückmeldungen der Umgebung lauten da anders. icon_confused.gif

Komische Grüße
logomania

"Hmm... Difficult. Very difficult. Plenty of courage, I see. Not a bad mind, either. There´s talent, oh my goodness, yes - and a nice thirst to prove yourself, now that´s interesting... So where shall I put you?"
Verfasst am: 27. 05. 08 [00:36]
katika
(gelöscht)
Dabei seit: 25.12.2007
Beiträge: 743
logomania schrieb:


katika schrieb:
Zu dem "Beam me up Scottie" - Beispiel: könnte es nicht auch, gerade am Anfang, eine "ganz normale" Teenager- und Jugendbiographie der "heutigen" Zeit sein...???

Wie meinst du das - dass es heutzutage allen Hbchens so geht? Aber heute wird doch viel mehr getestet und gefördert und gesprungen als noch vor ein paar Jahren, geschweige denn Jahrzehnten...


Nein, das meine ich definitiv nicht! Nicht jede Person, die eine "skurile" Biographie hat oder "aus dem Rahmen fällt ist HB. Und nicht jeder HBler hat eine "ungewöhnliche" Biographie oder "Karriere".
Für mich ist es meist eine Frage der Relation. Ich vergleiche selbst sehr wenig; wahrscheinlich weil ich nicht tagtäglich, Stunde um Stunde damit konfrontiert werden möchte, dass ich so "anders" bin...
Es ändert nichts am Tatbestand, aber es macht mir das Leben leichter!

[quote="logomania"}]
Ich finde mich ja auch ziemlich normal, aber die Rückmeldungen der Umgebung lauten da anders. icon_confused.gif
Komische Grüße
logomania


Ich finde mich auch total normal, aber ich kenne ja auch nicht wirklich eine andere Welt als meine. Klar, kann ich versuchen mich auf meine Mitmenschen einzustellen, aber es ändern nichts daran, dass es ein "Entgegenkommen" oder "Anpassen" an "normgerechtes" Verhalten ist.
Ich gibt vieles, was ich nie verstehen werde, weil es mir meine Sicht nicht erlaubt. Ich kann nur lernen, dieses für mich so "normale" neben dem (für mich) "nicht normalen" unkommentiert und bewertet stehen zu lassen.
Für mich nicht wirklich einfach, abe rein gangbarer Weg.

LG
Katika