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HB - Testen lassen oder nicht
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Verfasst am: 23. 08. 10 [22:30]
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Fleuret80
Dabei seit: 26.12.2007
Beiträge: 664
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@DichterWald: Liest du aus naturas Posting irgendwas heraus, das bedeutet, dass sie mit allem gut zurechtkommt? Sie kommentiert nur, dass sie sich hier nicht in aller epischen Breite darüber auslasse. Im Übrigen hat nicht jeder, der nicht weiß, dass er ein Problem hat, kein Problem. Und wieviele Leute da draußen wohl mit falschen Diagnosen rumlaufen, die eigentlich nur(!) hochbegabt und daher "irgendwie anders" (aber eben "handhabbar anders" und nicht "krankhaft anders") sind? Gegenfrage an den relativen Neuankömmling: Was hast du dir erhofft, als du hierher kamst, und warum gerade hier? |
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Verfasst am: 23. 08. 10 [22:42]
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| N.A. |
Fleuret schrieb: Ich weiß wirklich nicht, was diese ewigen Relativierungen sollen, denn wenn wir alle überhaupt kein Problem hätten, bzw. es schaffen würden, dies nicht bloß theoretisch, sondern auch praktisch und emotional so zu sehen, würden die meisten hier wahrscheinlich nicht schreiben. Darin kann ich nur voll zustimmen. Was meinst Du, weswegen ich mich hier ziemlich aktiv beteilige? Weil nämlich auch ich nach Lösungen suche. Nebenbei habe ich hier viele nette Menschen virtuell kennen gelernt. nicht bloß theoretisch, sondern auch praktisch und emotional so zu sehen Du bringst es hervorragend auf den Punkt. Kann man alles, was einem seit Geburt passiert ist ausklammern und alles einzig auf Hochbegabung fokussieren? Darin fällt es mir schwer zu verallgemeinern. Denn manche Lebenswege von Hobees sind mir in gröberen Zügen bekannt und die erachte als jeweils sehr unterschiedlich wie auch abweichend von meinen. Aber es gibt gute Gründe, davon auszugehen, dass sie uns als ganze Menschen und ganze Persönlichkeiten - und dies von Anfang an, alle unsere Erfahrungen - prägt. Darin kann ich Dir keineswegs widersprechen, weil mir dazu ein mich selbst überzeugendes Argument fehlt. Bin doch nicht umsonst bei Hobee, weil ich immer noch hoffe, ein Fitzelchen von Idee zu bekommen, um das jahrelang anstehende Problem zu beheben. Ich kenne den Neid von missgünstig Gesonnenen in extenso, aber ich kenne ebenso Menschen im RL, denen ich das Wasser niemals werde reichen können. Von daher habe ich eben eine andere Sicht der Dinge, die ich ebenso beanspruchen darf wie jeder andere User. |
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Verfasst am: 23. 08. 10 [22:44]
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DichterWald
Dabei seit: 02.03.2010
Beiträge: 737
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Nein, Fleuret80, ich hatte das nicht nur auf Naturas Beitrag bezogen. Auch Anouk schrieb ja in einem Beitrag weiter vorn: Hochbegabte ticken hier und da tatsächlich schon mal etwas anders, doch das Zusammenleben und -arbeiten mit dem Rest der Bevölkerung (immerhin sind das ungefähr 98%), bzw. einem Teil davon, lässt sich mit entsprechender innerer Einstellung recht angenehm gestalten. Das klingt für mich so, als ob es sich für Anouk recht unproblematisch gestaltet. Ich lese und stöbere ja schon einige Zeit im Forum und da hatte ich auch allgemein den eben von mir beschriebenen Eindruck, dass es für viele ein großes Problem darstellt, für andere eher weniger. (Also, damit keine Mißverständnisse aufkommen: ich find's auch sehr schwierig). Und daher finde ich es interessant, wie die Unterschiede zustande kommen. Ob die "innere Einstellung" nur eine Unterdrückung der eigenen Bedürfnisse ist (=Anpassung zu einem hohen Preis) oder tatsächlich ein Weg gefunden wurde, damit umzugehen, ohne sich selbst zu verleugnen. Das dürfte auch teilweise deine letzte Frage mitbeantworten, oder? [Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 23.08.2010 um 22:45.] Intelligenz ist ein Geschenk des Teufels. (Dostojewski)
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Verfasst am: 23. 08. 10 [22:53]
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occu
Dabei seit: 24.12.2007
Beiträge: 1892
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Fleuret80 schrieb: - Selbst wenn ich all das beachte, fällt mir jedoch auf, dass es mir nur auf sehr oberflächliche Weise hilft: Ich habe weniger Alltags-Scherereien, mache mir ein paar weniger Gedanken um Situationen, um die sich andere sowieso gar keine machen, und behalte im Extremfalls vielleicht meinen Job )der aber vielleicht, du deutetest es an, gar nicht soo gut zu mir passt). Was bleibt, ist leider das, was unter der so aufgebauten dünnen Kruste als Vulkan weiterbrodelt: Das Unverstandensein, das Sich-Bremsen (das ja durch Coaching nicht zwangsläufig verschwindet, sondern in einigen Situationen eher noch bewusster und stärker wird), der Eindruck, sich auf keinen Fall so geben zu dürfen wie man ist und zu sagen, was man denkt. ja,das wird wohl die überwiegende zeit bleiben,es sei denn,man hat einfach mal schwein mit den üblichen umständen. aber jeder von uns hatwohl nur ein bestimmtes quantum an kraft,sich den widernissen des lebens zu stellen,und wenn man mit ein wenig anpassung diese kraft für die wirklichen herausforderungen aufsparen kann,istdas schonmal ein gewinn. so hab ich bspw. inzwischen gelernt,nicht jeden auf seien irrtümer hinzuweisen,selbst wenn es eventuell angebracht wäre. weil sich unterm strich rausstellt,das der Irrtum mich weniger kostet als die korrektur des selben. und weil windmühlen erfahrungsgemäss reichlich flügel haben,hastdu einen erwischt,ist der nächste nich weit. früher hab ich zwar gemerckt,das ich mich verstelle oder zurücknehme,hab aber drunter gelitten,das ich das nicht wollte und trotzdem musste. heut istdas nicht mehr so schlimm, weil ich den nutzen abwäge, ich mich also ncih verstelle,weil ich muss,sondern weil ich mich bewusst dazu entscheide. das macht es deutlich leichter. und hilft mir,meinquantum an kraft besser und effektiver zu verwalten,ums mal trocken auszudrücken. klappt natürlich nciht immer,aber es geht von mal zu mal besser. fleuret schrieb: Für mich ist das ein existenzielles Problem. Nicht, dass ich mich permanent einsam und verlassen fühlen würde. Schließlich sind Hochbegabte auch nur Menschen, und deshalb gelingt es uns auch, von Zeit zu Zeit innere Verbundenheit mit anderen Menschen zu spüren. Dennoch gibt es diesen Stachel, dass wir uns eben meist in Umgebungen aufhalten (müssen), in denen die anderen in einem (und wie ich finde: doch eben nicht ganz unentscheidenden) Merkmal sehr stark von uns abweichen. den gibt es in der tat. udn ich halte ebenfall nichts davon,ihn zu leugnen. die oben erwähnte kraft,von der ich inzwischen ein bischen mehr hab,hilft mir, diesen stachel zu ertragen oder ihn weniger tief eindringen zu lassen. und es kommt auch nicht von ungefähr,das ich mich bemühe,bei so vielen hobee-treffen wie möglich dabei zu sein. sozusagen für die bilanz fleuret schrieb: Und in diesem Zusammenhang wünsche ich mir sehnlich, mal sein zu dürfen, wie ich bin, sagen zu dürfen, "was" ich bin und auch anderen (gelegentlich) mitzuteilen, dass eben nicht ich zu schnell, zu wild, zu anstrengend bin, sondern vielleicht sie aus meiner Sicht langsam und langweilig. da bleibt mir nur, dich zu nem treffen einzuladen,am besten gleich das in frankfurt. ich kann dir nciht garantieren,das dir jeder der teilnehmer sympathisch ist,aber du kannstdavon ausgehen,das verstellen absolut unnötig sein wird. mag sein,das es aspekte an dir gibt,die nicht jeder versteht. aber aus unserer eigenen erfahrung wird dir das weder jemand vorwerfen noch dich deshalb abwerten oder meiden oder sontwas. Trotz aller querelen und hin und weider auch unangenehmer konflikte ist das der grund,warum ich immernoch ein hobee bin. hier und bei treffen untereinander,kann man bleiben,wer man ist. unbezahlbar. occu "Niemand sollte leugnen müssen, woher er kommt. Keiner soll sich schämen zu sagen;ich hab reiche Eltern, oder ich habe arme Eltern. Schämen muß ich mich nur, wenn ich nicht echt bin und verleugne wer ich bin und woher ich komme." Shemesh,hier im Forum
"Wir glauben nicht an Könige,Präsidenten,Priester oder Freie Wahlen,wir glauben an groben Konsens und lauffähigen Code" |
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Verfasst am: 24. 08. 10 [11:37]
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Nicki999
(gelöscht) Dabei seit: 18.06.2010
Beiträge: 473
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Ich glaube auch nicht, dass es "Patentrezepte" gäbe. Wer mich nicht mag, mag mich halt nicht. Ich mag ja auch nicht jeden in gleichem Maße. Und wer sich mir evtl. gar "unterlegen" fühlt und meint mich deshalb angehen zu müssen, der hat ein Ego-Problem. Dessen Problem kann ich aber nicht angehen, das muss derjenige schon selber. Ich könnte mich mit den Füßen an die Decke hängen, ich könnte daran nichts ändern. Weil derjenige eben eine "eigene" Geschichte, einen "eigenen" Hintergrund besitzt, an dem ich nichts verändern könnte. Ich versuche freilich nicht damit hausieren zu gehen, dass ich rascher schalte und wohl auch gründlicher denke. Ist ja auch nicht nur HB, sondern auch eine Portion Lebenserfahrung und breitgefächerte berufliche Erfahrung. Mancher hat sie, mancher nicht. Ich bin schon so vielen unterschiedlichen Leuten im Leben begegnet. Waren bestimmt auch paar HB darunter, keine Ahnung. Nach zwei Monaten Forum möchte ich sagen, auch hier ist es halt "bunt gewürfelt". Ob nun getestet oder nicht. So bin ich zur Ansicht gekommen, dass es gar nicht mal so auf die Begabung und hohe Intelligenz ankommt, ob der mit mir oder ich mit jemandem gut hinkomme - oder nicht. Ich glaube, da spielt ganz gewaltig viel mehr mit hinein. Hauptsächlich eben, ob der Mensch mit sich selber und welche Probleme er mit sich und in seinem Leben hat. Klar, Input... kann ich mir auch woanders holen und wer das und somit mich als belastend empfindet... sein gutes Recht. Mit dem muss ich dann auch nicht mehr "können". So wie ganz zu Beginn, als ich hier herein kam, lediglich die Gegenwart von HB suchend, damit ich verstanden werde, halte ich nicht mehr für erforderlich. Ich habe mittlerweile mich selber verstanden. Mir kommt es vorwiegend darauf an, dass jemand sich in seiner eigenen Haut wohlfühlt, sich selber mag, wie er ist, dann wird er "mein anders Ticken" garantiert an die Stelle rücken, wo es hingehört: ein bloßes 'anders' halt Kommt also meines Erachtens eher darauf an, wie derjenige generell zu sich selbst und zu seinen Mitmenschen steht. Ob beides in positiver Grundhaltung oder negativer. Es war trotzdem gut, dass ich daraufhin getestet wurde. Das Wissen um diese, also einige, Hintergründe schaffte mehr Klarheit. Ich konnte und kann noch etliches besser einordnen, gar manches selber eher verstehen, auch und gerade betreffs meiner Vergangenheit. Und wer seine Vergangenheit bearbeiten konnte, hat einen wichtigen Grundstein für das Heute und die Zukunft gelegt. |
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Verfasst am: 24. 08. 10 [12:33]
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foxie
Dabei seit: 26.02.2008
Beiträge: 2361
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Nicki: grundsätzlich stimme ich dir zu. Ich finde aber, dass du das Leben etwas sehr "problembezogen" betrachtest. Das Leben besteht uA aus Problemen, ja, aber ein Mensch besteht nicht nur aus Problemen, sondern aus vielen Dingen wie zB Persönlichkeit und Charakter…und die sind bei HBs genauso ausgeprägt wie sonst auch - es gibt einige HBs, die einem selber ähnlich sind - meiner Erfahrung nach sind das in der Regel die, mit denen ich mich im besten Falle "wie blind" versteh… - geprüfte Schnuffellin I -
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Verfasst am: 24. 08. 10 [16:44]
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Nicki999
(gelöscht) Dabei seit: 18.06.2010
Beiträge: 473
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Hö, ja, foxie. Darum ist es ein wenig mehr in die eigene Tiefe abgerutscht. Im Prinzip: nichts anderes. Es gibt Nette und weniger Nette, überall und da oder dort. Es ist nur halt meine Erfahrung und Beobachtung über die Zeit hinweg, dass Menschen, die sich selber mögen und mit sich größtenteils (alles geht gar nicht) im Reinen sind, einfach andere auch eher nehmen wie die sind. Ob sie nun fixer im Denken sind oder lahm...egal, Hauptsache okay. Sie mögen auch die anderen mit deren Eigenarten. Gelassenheit eben. Wer permanent mit sich selbst zu tun hat und schon ins Verbissene abgleitet, der wird es nicht können. Kennst ja die Zeitgenossen, die schon so verkrustet sind, dass sie hinter jedem Busch den Verräter wittern. Ich habe so einen z.B. als Vater daheim, mein Schwiegersohn dessen Großvater, gäbe noch ein paar "nahe Beispiele". Und je älter, desto rundherum "negativer". Solche Menschen vereinsamen schneller. Da es vordem auch ums Kennenlernen resp. Einsamkeitsproblematik ging, dachte ich, ich gebe mal meinen "eigenen Senf" weiter. Als ich ins Forum kam, war mir nicht mehr zum Lachen zumute. Sah düster in mir aus. Glaubte, dass mich außer HB wohl kaum einer wird jemals verstehen können. Von denen, die mich real umgeben. Stimmt nicht. Es lag nämlich z.gr.Teil an mir selber. Es spielte sich so düster nur in meinem eigenen Kopf ab. Noch genauer mag ich da jetzt aber nicht drauf eingehen. |
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Verfasst am: 24. 08. 10 [18:51]
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ABCD31415
Dabei seit: 21.08.2010
Beiträge: 4
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@logomania: habe mir das Buch bestellt, danke für den Tip. Vielleicht wird es mir behilflich sein, wenn ich mal wieder in solchem Maße an mir und meiner Wahrnehmung zweifel, wie es der Fall war als ich hier die Frage stellte. Heut geht's mir wieder besser, vll auch aufgrund eurer Antworten, auch wenn sie oftmals nicht dergestalt waren, wie ich mir vor ein paar Tagen erhofft hatte. Die erhoffte Art von Antworten (von persönlichen Erfahrungen plaudern) erfordert vll zu viel Preisgabe von intimen Empfindungen und persönlichen Lebensdaten, die in einem Forum und besonders im öffentlichen Bereich doch überfordernd ist und sind auch insofern wohl nicht ganz einfach, als es im Nachhinen selten einzelne Ereignisse sind, die die Entschlussbildung antreiben. Auch ist mir klar, dass die Frage als Forderung nach allgemeingültigen "Patentrezepten" misverstanden werden kann, worum es mir aber nicht ging. Denn m.E. kann man sich auch mit stark abweichenden Biographien hinlänglich identifieren um den darin entstandenen Lösungsstrategien - abgewandelt - für den eigenen Lebensweg etwas abgewinnen zu können. Zum Thema HB als Wiederstand (=Vorwand, sich nicht ändern zu müssen): Auch wenn es mich irritiert, dass mancher Hochbegabung als Krankheits-Diagnose interpretiert, so würde ich doch meinen, dass man das dann wenigstens auch konsequent tun sollte und es entsprechend als Anfang einer "Behandlung" sehen müsste, der den Zweck hat, die möglichst besten "Behandlungsmöglichkeiten" oder Umgang mit der "Krankheit" zu finden wodurch es ergo keines Falls dazu kommen sollte, sich darauf "auszuruhen". Ein Diabetiker muss schließlich auch seine Ernährungsgewohnheiten ändern, ebenso wie eine Psychotherapie ja auch nicht mit der Stellung der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung oder Neurose endet. Unabhängig vom Intelligenzquotient halte ich es für wenig sinnvoll, sich selbst zu verstellen. Oftmals sind es gerade die hierfür entwickelten Strategien, die erst Probleme erzeugen. Man selbst leidet darunter und die anderen spühren, dass man irgendetwas verbigt und reagieren entsprechend mit Mistrauen und gehen vermehrt auf Abstand. (Dieses "Erspühren" ist m.E. eine derart existentielle emotionale Fähigkeit, dass sie keineswegs erst mit der Intelligenz aufkam! Auch wenn intelligentere Menschen vielleicht öfter als andere in der Lage sind, Gefühle bei sich selbst und anderen zu erspühren, in Worte zu fassen und sich damit auseinanderzusetzen - wobei auch dies nicht unbedingt stimmt denn EQ != IQ („Wir haben keine Hinweise, dass ausgeprägte emotionale Qualitäten mit hohen IQ-Werten korrelieren“ )) Letztlich kann man nur Gewissheit über etwas erlangen, wenn man es auf den Prüfstand stellt. Das ist mir in den letzten Tagen auch durch Lesen hier im Forum bewusster geworden. Nicht nur auf das testen seines IQs bezogen sondern eben z.B. auch auf das Austesten charakterlicher Eigenschaften (neue Seiten an sich entdecken, andere hingegen als eher von anderen bzw den Lebensumstände "aufgesetze" Selbstbilder zu identifizieren). Letzteres auszutesten ist m.E. allerdings schwieriger, da bei Erwachsenen eher davon ausgegangen wird, dass sie "fertige" Menschen sind mit einer realtiv "fixen" Identität und entsprechend die Umwelt sicher nicht weniger irritiert reagiert als man selbst... Das betreten neuer Gefilde erfordert eine gewisse Stärke, eine Frustrationstoleranz, (Selbst-)vertrauen, die wie ich glaube, bei Menschen, die in einem für ihr Wesen ungünstigen gar intolerantem Umfeld aufwuchsen schwer aufzubringen sind. Hier braucht man den nötigen sicheren, wohlwollenden Rahmen und da kann durchaus ein Therapeut hilfreich sein, der einen bei seinen neuen Schritten "auffängt" und stützt. Ich könnt mir vorstellen, dass Menschen, deren Begabung nicht erkannt oder nicht gefördert wurde, die dadurch nicht an ihre Grenzen gebracht wurden, durch mangelnde Erlebnisse von Frustration und der Überwindung derselben, mangelnde Kompetenzen auf diesem Gebiet haben. Dazu gehört Ungeduld, schnelles Aufgeben.... Ebenso die Identifikation mit einem Selbst, das alles allein schafft und mangelndes Vertrauen darein, dass andere einem helfen können sowie Schwächen im Hilfesuchen und annehmen. Zudem schaffen Grenzen Identität dadurch, dass sie aufzeigen, was man nicht ist/kann. Die Identifikation mit einem alles allein könnenden Selbst könnte dann auch ein Erklärungsansatz für die Angst, es eben doch nicht zu können, sein. Das Gefühl, dann allein dazustehen, eben weil man es nicht gewohnt ist, die Hilfe anderer in Anspruch zu nehmen oder gar sehr negative Erfahrungen damit gesammelt hat, könnte dann ebenfalls dazu beitragen... Weiters stellt sich mir die Frage, ob Fähigkeiten, die gemeinhin einem höheren Alter zugeschrieben werden, nicht dazu führen könnten, dass die anderen unbewusst auf allen Gebieten die dem höheren Alter angemessenen Maßstäbe an einen legen. Da emotionale und geistige Entwicklung aber durchaus nicht korrelieren müssen, könnte dies doch zu "Lücken" in der emotionalen Reifung führen. Manche Beiträge, z.B. einige Kommentare zu dem Artikel in der Zeit auf den im Thread "Hochbegabte im Beruf: Schlau, schlauer, zu schlau" verlinkt wurde, empfand ich wie Aussagen verletzter Kinder, die mitspielen wollen aber wenn dann nur nach ihren Regeln und wenn die anderen nicht mitmachen, dann wird über das Unverständnis der anderen gezetert und sowieso ist alles von den anderen geschaffene nur blöd. (Ich will hiermit niemanden verletzen, aber ich glaube, als Erwachsener hat man keine Wahl, als die Verantwortung für sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Es wird keiner kommen und die Ungerechtigkeiten der anderen Strafen, so sehr man auch schreit. Und wenn man manchmal die Spiele der anderen mitspielt wird man sicher oft genug auch eigene vorschlagen können...) Die mit diesen "Lücken" einhergehende Verunsicherung kann dann wiederum dazu beitragen, dass man sich auf seine Stärken konzentriert, was dann eben aber auch die Angst, auch diese nicht zu haben, verstärken könnte.... Um aus meinem eigenen Nähkästchen zu plaudern: Ich habe vor ein paar Jahren angefangen, mich einigen meiner Ängste zu stellen. Z.B. hat das Gefühl mangelnder sozialer Fähigkeiten dazu geführt, dass ich mich bewusst dem "realen Leben" stellte, worunter ich das verlassen der behüteten Umgebung der Universität zugunsten des schnelleren Eintritts in die Arbeitswelt verband, den Umgang mit realen Arbeits-Anforderungen, Kollegen und Kunden. Allerdings war sicher auch ein Faktor, die Angst an der Uni zu versagen und heute denke ich, dass die Konfrontation mit der "wirklichen Welt" auch sicher anders gegangen wäre. Dennoch hat mich diese Konfrontation, die mich enorm Kraft gekostet hat und die ich ohne therapeutische Hilfe vll. nicht geschafft hätte (oute mich hier mal), auch enorm weiter gebracht. Alle Veränderungen, die ich bisher durchgemacht habe, wurden von meinem Umfeld en gros doch eher positiv bewertet und haben mich selbst zufriedener gemacht auch wenn ich nun, durch stärkeres zeigen meiner Persönlichkeit auch vermehrt Groll auf mich ziehe. Ich ecke nun mehr an habe aber im Gegenzug "wärmere" Erlebnisse mit anderen. Ein bestimmtes Gefühl von fremdsein, konnte ich dadurch etwas mildern, dass ich mich bewusst dazu "zwinge" weniger darüber nachzudenken, was der andere wie und warum sagt, was dies bei mir auslösen soll, was es tatsächlich auslöst und wie ich nun am besten darauf reagieren sollte und auch sonst alles weniger von Außen zu betrachten sondern einfach zu sein, zu handeln, darauf zu vertrauen, dass alles auch ohne "Verstand" geht. Zugegebener Maßen klappt das noch selten, aber es gelingt mir immer öfter, mich dabei zu ertappen und dann wieder etwas mehr in die Situation einzusteigen anstatt "neutraler" Beobachter zu sein. Meiner Erfahrung nach erhöht das die Qualität zwischenmenchlicher Beziehungen, gibt mir selbst mehr das Gefühl, ich zu sein und hat, glaube ich, nicht meine Urteilungsfähigkeit eingeschränkt. Allerdings glaube ich, dass ich dadurch eben auch "emotionaler" wirke oder auch bin und vermehrt als "kompliziert" bezeichnet werde. Aber wenn dem so ist, ist dem eben so und wie ich merkte, ist das für manche sogar attraktiv. Andere korrigieren kommt natürlich selten gut an. Das hat was bevormundendes und kritisiert werden - insbesondere in Punkten, an denen man selbst mit sich hadert - legt einen blos, schwächt einen. Das kenne ich selbst zu gut (muss daran arbeiten) und mache das demnach selten, auch, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich die Sache richtig sehe bzw. ob meine Lösung denn nun wirklich die bessere ist. Dennoch haben Kritiken von mir auch beruflich doch oft zu Veränderungen geführt. Und letztens nach einem Streit, der dadurch entstand, dass jemand als Kritik empfand, was ich für eine berechtigte Anforderung an ihn hielt (wobei ich mich danach dann schon fragte, ob in dem Moment mein Frust nicht doch ein Schärflein beitrug...), meinte derjenige zu mir "Ja, Du nervst, aber im Umgang mit dir lernt man wenigstens was dazu" (ich glaub das schönste, was je jemand zu mir sagte) Langsam versuche ich vermehrt, meine Angst, eigenen Anforderungen oder denen anderer nicht zu genügen, anzugehen. Z.B. übe ich Frustrationstoleranz, in dem ich Dinge mit anderen unternehme, die mir gar nicht liegen (Bowlen z.B) Bisher allerdings mit mäßigem Erfolg... Ich hoffe, das geschriebene ist jetzt nicht zu sehr off topic Auch möchte ich nochmals betonen, dass ich es nicht auf Hochbegabung zurückführen oder beschränken will, meiner Meinung nach "tickt" die "Spezies Hochbegabte" nicht per se anders, nur wohl in manchen Dingen schneller, wodurch aber keineswegs Probleme entstehen MÜSSEN und auch keine, die nicht ein Exemplar der "Spezies Normalbegabte" aus ähnlichen oder anderen Gründen haben könnte. Ich gebe zu, dass meine "Studie" hierzu nicht besonders representativ ist, da mir vll. gerade 3 Menschen begegnet sind, die ich für Hoch- oder Höchstbegabt halte, aber die waren verschieden wie Tag und Nacht, ebenso verschieden, wie alle anderen Menschen, die mir bisher begegnet sind. LG [Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 24.08.2010 um 19:53.] |
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Verfasst am: 24. 08. 10 [22:19]
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stern2null3
Dabei seit: 22.12.2007
Beiträge: 5709
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@Nicki999: aber bitte nicht so tiefgründig werden, dass es unterirdisch wird - weg -
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Verfasst am: 24. 08. 10 [22:46]
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foxie
Dabei seit: 26.02.2008
Beiträge: 2361
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Nicki: ok - geprüfte Schnuffellin I -
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Verfasst am: 24. 08. 10 [23:24]
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| N.A. |
@ stern2null3 Spiele nicht so viel mit Worten, denn Du weisst, was dabei herauskommt. Ein nie enden wollender Kampf um das letzte Wort. Das Unterirdische, der Hades ist in der Tat nämlich eine höchst unangenehme Geschichte, mit welcher sich bereits die alten Griechen in extenso befassten mit Schauergeschichten der übelsten Art, dass man es wirklich mit der Angst zu tun bekommt. @ Nicki es gehört zu Deinem Job, Schauergeschichten zu verbreiten, denn wovon sonst sollten denn die Zeitungen und andere Medien leben, wenn nicht von ständiger Panikmache? Die scheint besonders attraktiv zu sein, wie auch das unablässige Anschwärzen - vom Zeitungslesen bekomme ich ständig scharze Pfoten, jedoch noch keine schwarzen Augen. Könntest Du es Dir vorstellen, dass über uns gelegentlich ein blauer Himmel sich erwölbt, die Sonne strahlt und unten, auf dem terrestrischen Planeten sogar noch einige Blümchen blühen? In diesem Fall provoziere ich ausnahmlos und dies sogar gezielt. Könnte ja passieren, dass jemand meinen |
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Verfasst am: 24. 08. 10 [23:58]
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Nicki999
(gelöscht) Dabei seit: 18.06.2010
Beiträge: 473
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Könntest Du es Dir vorstellen, dass über uns gelegentlich ein blauer Himmel sich erwölbt, die Sonne strahlt und unten, auf dem terrestrischen Planeten sogar noch einige Blümchen blühen? Den Hintergrund deiner Frage verstehe ich jetzt zwar überhaupt nicht, aber ich antworte einfach mal: Ja, die sehe ich mir mit Freuden jeden Tag an. Sonst könnte ich nicht so tolle Fotos schießen oder so schöne Artikel schreiben, die die Leute -ihrer Aussage nach- so gerne anschauen und lesen. Übrigens, mit Schauermärchen befasse ich mich beruflich nicht, das machen z.B. die Leute von 'Bild', aber für die schreibe ich nicht. *gg |
