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homeschooling

Autor Nachricht
Verfasst am: 07. 02. 10 [12:37]
Benne
Dabei seit: 27.12.2007
Beiträge: 1340
Ich möchte nochmal das Thema Kreativität aufgreifen.Neben einer guten Intelligenz ist Kreativität der zweite wichtige Faktor für ein gelingendes und befriedigendes Leben.Auch auf gesellschaftlicher Ebene ist Kreativität wichtiger denn je.Heute lassen sich wirtschaftliche Erfolge quasie nur noch über Innovationen erzielen und ohne Kreativität keine Inniovationen,aber man könnte auch sagen ,ohne Freiheit keine Innovationen.Deshalb meine Frage ,an die Lehrer unter uns,wie man den Kreativität ganz konkret an der Schule fördern könnte?Ein Problem sehe ich darin ,dass Kreativität eben ohne Freiheit nicht denkbar ist.Und da frage ich mich ernsthaft,ob unsrere Institutionen überhaupt soweit sind ,dieser-meiner Meinung nach- notwendigen Freiheit Rechnung zu tragen.

Liebe Grüße...Benne

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 07.02.2010 um 12:38.]

" Überall hin, wonach mir der Sinn steht, tragen mich die Rosse. "

Parmenides
Verfasst am: 07. 02. 10 [12:55]
mamuesp
Dabei seit: 13.12.2007
Beiträge: 7021
@anouk

Die Regel "dreimal keine Hausaufgaben gemacht = Konsequenz" scheint ja inzwischen überall Standard zu sein ... Allerdings gibt es Lehrer, die eben entweder eine Ausweichmöglichkeit bieten (z.B. Referat halten, das bedeutet Mehraufwand für den Schüler, und es ist ein Messinstrument, inwieweit er den Stoff beherrscht) oder die Eltern werden benachrichtigt, wie Du es beschreibst (das hatten wir bei unserem anderen Sohn an der Realschule so erlebt, das regelte auch eingies ...) ... da ist also hinreichend Spielraum.

Was mich ärgert, ist die Tatsache, dass selbst noch in der 10. Klasse (!!!) Lehrer meinen, die strikte Regel durchziehen zu müssen, dass nach dreimaligem Vergessen eine sechs fällig ist. Ich stehe da eher auf dem Standpunkt- und kenne auch Lehrer, die das genauso sehen - dass die Schüler gerade in diesem Alter selbst wissen sollten, wofür sie lernen und welchen Zweck die Hausaufgaben haben. Wenn sie dann bei Tests die schlechten Noten ernten, ist das eine klar zu sehende, akzeptable Konsequenz in Eigenverantwortung. Wenn aber der Stoff ohne HA beherrscht wird, sollte das - wohlgemerkt in der 10. Klasse - durchaus legitim sein und die so erzielte gute Note nicht durch das oben skizzierte Szenario "verbrannt" werden.

Übrigens: Dieses Vorgehen des Merkens der vergessenen HAs über einige Zeit ist nach dem Schulgesetz in Rheinland-Pfalz nicht ganz wasserdicht, da hier Leistungen über einen längeren Zeitraum gemessen werden, was in dieser Form eigentlich nicht statthaft ist. Aber wer nimmt sich die Zeit, wegen dieser Sache vor den Kadi zu ziehen bzw. wieviel Eltern bekommt man zusammen, um dagegen anzugehen? Bei den meisten herrscht doch die Angst vor, dass die Lehrer dann ihren Zorn an den Kindern auslassen würden und ducken sich lieber ...

Vor diesem Szenario kommen wir wieder zu dem Punkt: ohne Möglichkeiten wie Homeschooling etc. wird sich das System nie ändern ...

http://www.smilies.4-user.de/include/YouSmileys/wappen-smileys-Rheinland-Pfalz.gif "Es ist normal, anders zu sein." - erleichterte Erkenntnis eines 'HB-Kids' ... http://www.hobee.org/fileadmin/pics/smilies/yapbo.gif

Avatar © sarah5 - Fotolia.com
Verfasst am: 07. 02. 10 [12:56]
anouk
Dabei seit: 13.12.2007
Beiträge: 7075
@Benne

Oh, ist tatsächlich eine gute Intelligenz ein wichtiger Faktor für gelingendes und befriedigendes Leben? Das möchte ich direkt mal in Frage stellen. Wieso ist ein hoher IQ gleichbedeutend mit Gelingen oder Zufriedenheit?

Manchmal ähnelt Kommunikation dem Gehen in Stilettos auf Kopfsteinpflaster. http://s2.rimg.info/8aad7be95ef1530cba1d004358238412.gif
Verfasst am: 07. 02. 10 [13:25]
anouk
Dabei seit: 13.12.2007
Beiträge: 7075
@mamuesp

Was an dem System, welches ich wegen der Hausaufgaben beschrieben habe, auch ein wichtiger Nebeneffekt ist: Die Lehrer fühlen sich jetzt nicht mehr so ganz allein gelassen in ihrer Entscheidung, die Eltern informieren zu müssen. Es gibt ja ein einheitliches Vorgehen und alle Parteien halten sich weitestgehend daran.

Wer auf Lehrerseite seltsame Alleingänge gemacht hat, wird so ausgebremst und muss das Schulformular verwenden. Zusätzlich ist es ein Schutz für die Schüler, weil eine schlechte Note allein wegen der Hausaufgaben an der Schule vermieden werden kann.

Manchmal ähnelt Kommunikation dem Gehen in Stilettos auf Kopfsteinpflaster. http://s2.rimg.info/8aad7be95ef1530cba1d004358238412.gif
Verfasst am: 07. 02. 10 [13:43]
Nickie
Themenersteller
Dabei seit: 04.03.2008
Beiträge: 3795
mamuesp schrieb:

Nickie schrieb:
Wieso mangelhaft? Eine nicht geleistete Arbeit müsste eigentlich ein ungenügend bekommen. Wieso werden die Kinder heutzutage so geschont?

Sorry, Nickie, aber so langsam habe ich das Gefühl, Du redest hier wie ein Blinder von der Farbe ... icon_frown.gif Es gibt Lehrer, die prüfen den Stoff durch kleine Tests ab. Das ist ein probates Mittel, zu checken, ob alles verstanden wurde. Nicht, ob irgendwelches Gekritzel im Heft steht ... Nur ist es dämlich, wenn in den Tests akzeptable Leistungen abgegeben werden, die Formsache "Hausaufgabe" aber zum Stolperstein in Sachen Notengebung wird.


Ich verstehe dein Problem nicht. Wenn er weiß, dass Hausaufgaben bewertet werden und er da keine Leistung bringt, warum sollte das nicht ebenso wie in einem Test negativ bewertet werden? Warum sollte Leistung nur in der Form abgefragt werden, die dem Herr Sohnemann genehm ist?

Im Beruf muss man auch regelmäßige Leistungen bringen, auch bei unangenehmen oder langweiligen Aufgaben und nicht bloß bei gelegentlichen Tests. Ich weiß noch, wie schwer ich es im Studium hatte, weil ich eben das in der Schule nicht gelernt hatte.

Wir hatten früher einen Lehrer, der sich nach jeder Stunde zu jedem Schlüer kurz Notizen machte, wie gut derjenige mitgearbeitet hatte. Einige fanden das unfair wegen des angeblichen Druckes, aber ich fand ihm am fairsten, weil er die Gesamtleistung erfasste und nicht nur die positiven oder negativen Highlights beurteilte.

Schlechter Unterricht und fachlich oder menschlich überforderte Lehrer sind ein anderes Thema als grundsätzlich die Frage, ob Hausaufgaben benotet werden. Der Lerneffekt von Hausaufgaben an sich wird ja von einigen Pädagogen angezweifelt, aber auch das ist ein anderes Thema.

*geprüfte Schnuffel*
Verfasst am: 07. 02. 10 [14:20]
anouk
Dabei seit: 13.12.2007
Beiträge: 7075
Mal ein bisschen was zur rechtlichen Seite (gilt für NRW). Wie immer in Schulgesetzen ist es etwas schwammig. icon_rolleyes.gif

----- edit -----

Speziell zum Thema Hausaufgaben.

Manchmal ähnelt Kommunikation dem Gehen in Stilettos auf Kopfsteinpflaster. http://s2.rimg.info/8aad7be95ef1530cba1d004358238412.gif
Verfasst am: 07. 02. 10 [15:22]
mamuesp
Dabei seit: 13.12.2007
Beiträge: 7021
Nickie schrieb:
Ich verstehe dein Problem nicht.

Das merke ich ... icon_wink.gif

Sieh es doch mal so: ich habe nicht meinen Sohn gefragt, ob es ihm genehm ist, die Ansicht, dass das Bewerten von HA in dieser Form kontraproduktiv ist, habe ich schon länger und ganz alleine entwickelt ... icon_wink.gif

Wenn die Sache so für sich alleine stünde, wie Du es darstellst, könnte man darüber nachdenken. Da aber immer wieder propagiert wird, dass man lernen sollte, selbständig zu lernen, und dies durch in vielen Fällen sinnloses Pochen auf uniforme Vorgänge torpediert wird, kommen wir nicht weiter. "Lernen lernen" geschieht nicht durch befohlenes, stupides Wiederholen von Stoff.

Und erkläre mir einmal, warum Lehrerinnen, die eine etwas hart Linie fahren, wie Du sie propagierst, deutlich schlechtere Lernerfolge erzielten als Kollegen, die mit individuellen Methoden auf die Schüler zugingen?

Auf der einen Seite propagiert man, man wolle die Kinder für's Leben vorbereiten, auf der anderen Seite gibt es keinen Spielraum, den besten Weg zu finden, es wird alles vorgekaut, und wehe, man weicht ab. Du glaubst doch nicht, dass die, die alles "by-the-book" machen, besser auf's Studium vorbereitet sind? Gut, wenn man die heutigen Bachelor-Studiengägne sieht, mag das passen, aber auf ein selbstgesteuertes und selbständiges Studium bereitet das nicht vor.

Und was die Leistungsabfrage angeht: in einem Großteil der Fälle besteht die Leistung bei den HA darin, schnell beim Kumpel abzuschreiben. Wer das richtig beherrscht, kommt prima ohne sechsen durch das Schuljahr ...

Sorry, ich bleibe dabei: das stupide Abprüfen der HA samt schlechter Benotung bei Nichterfüllung trotz Beherrschen des Stoffes halte ich für extrem kontraproduktiv. Das hat mit meinem Sohn primär nichts zu tun. Und wie ich es erläuterte: eine solche Notengebung ist in RLP eigentlich verboten, da habe ich mal einige Paragraphen gewälzt. Und wir leben nicht mehr im Kaiserreich, wo das Infragestellen einer Methodik schon einer Mäjestätsbeleidigung gleichkam ...

Übrigens: Außer ein paar leicht zynischen Bemerkungen ist von Deiner Seite bis dato aus meiner Sicht noch nicht viel sachliches rübergekommen - manchmal habe ich das Gefühl, dass Du grundsätzlich Vorbehalte bei Kindern mit HB hast. Warum entsteht bei mir dieser Eindruck?



http://www.smilies.4-user.de/include/YouSmileys/wappen-smileys-Rheinland-Pfalz.gif "Es ist normal, anders zu sein." - erleichterte Erkenntnis eines 'HB-Kids' ... http://www.hobee.org/fileadmin/pics/smilies/yapbo.gif

Avatar © sarah5 - Fotolia.com
Verfasst am: 07. 02. 10 [15:24]
mamuesp
Dabei seit: 13.12.2007
Beiträge: 7021
@anouk: man beachte die Punkte 1.3, 1.4 und 4 ... icon_wink.gif

http://www.smilies.4-user.de/include/YouSmileys/wappen-smileys-Rheinland-Pfalz.gif "Es ist normal, anders zu sein." - erleichterte Erkenntnis eines 'HB-Kids' ... http://www.hobee.org/fileadmin/pics/smilies/yapbo.gif

Avatar © sarah5 - Fotolia.com
Verfasst am: 07. 02. 10 [16:17]
N.A. Hausaufgaben zu benoten, halte ich für ungünstig, weil es sich nicht überprüfen läßt, ob sie vom Schüler selbständig ausgeführt wurden. Was sollte schlimm daran sein, wenn Eltern gelegentlich auch dabei unterstützen durch einen Tip, durch Abfragen usw. Daher sollten nur Leistungen benotet werden, deren Eigenständigkeit der Lehrer überprüfen kann, im Rahmen seiner Möglichkeiten. Nun, wer spickt, weiß, was er riskiert.

Andererseits dienen Hausaufgaben der Verfestigung des erworbenen Wissens. Vokabeln "sitzen" gemäß einer Studie erst nach 6-maligem Wiederholen, das nach einem bestimmten Zyklus erfolgen sollte. Insofern halte ich Hausaufgaben für ein pädagogisch sinnvolles Mittel für die Mehrheit der Schüler, soweit ich davon überhaupt etwas verstehe. icon_mrgreen.gif Ich wäre nicht entzückt, wenn meine Sitznachbarin grundsätzlich keine Hausaufgaben machen würde, ich hingegen meine wertvolle Freizeit mit solch unnützem Zeug verprassen müsste. icon_frown.gif
Verfasst am: 07. 02. 10 [16:29]
Nickie
Themenersteller
Dabei seit: 04.03.2008
Beiträge: 3795
Wie Du schon sagst, ist die Wertung von Hausaufgaben allgemein und speziell bei einem unfähigen Lehrer etwas völlig unterschiedliches.

Regelmäßige Hausaufgaben bringen angeblich für den Lerneffekt kaum etwas. Die reinen Stoffwiederholungen leuchten mir eh nicht ein. Entweder kann ich den Stoff, dann kann ich auch die Hausaufgaben oder ich habe noch Fragen, dann hilft es mir nicht, damit alleine zuhause zu sitzen, es sei denn, ich weiß, was ich am nächsten Tag noch fragen müsste (was ich natürlich eh nicht tue, um mir keine Blöße zu geben).
Dann besser gelegentlich ein Referat vorbereiten oder ähnliches, wo wirklich mal selbst etwas erarbeitet werden muss.

Was eine harte Linie angeht, so ist es ein Unterschied, ob jemand einfach konsequent ist oder sich aus Unsicherheit hinter den Regeln versteckt. Solche feinen Unterschiede bemerken die Schüler sofort. Ebenso mit den individuellen Methoden. Da stecken natürlich Chancen drin, aber auch die Gefahr, dass die Lieblinge ganz individuell besser gefördert werden als die unbeliebteren Schüler.

Ich habe öfters die Erfahrung gemacht, dass die angeblich ganz schrecklichen und strengen Lehrer die besten waren. Sie haben einem nichts geschenkt, aber sie waren ernsthaft daran interessiert, einem etwas beizubringen und wenn man eine gute Note bekam, wusste man, dass man sie sich verdient hatte.
Es ist etwas völlig anderes, wenn ein Lehrer (oder eine Lehrerin) mit harten Disziplinarmaßnahmen seine fehlende Autorität vertuschen will.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es meiner Meinung nach gar nicht so sehr auf die äußeren Regeln ankommt, sondern vor allem auf das pädagogische Gespür und Geschick von Lehrern und Eltern.
Da die Kinder in ihrer Persönlichkeit unterschiedlich sind, gibt es kein Patentrezept für die optimale Erziehung und Förderung. Allerdings muss es ein paar grundsätzliche Regeln geben, um allen gegenüber fair zu sein.

Wenn die Eltern mit den Lehrern unzufrieden sind, merken das die Kinder. Sie sitzen damit zwischen den Stühlen, weil sie es zwei Parteien recht machen sollen, die entgegengesetzte Ansprüche stellen. Klar, dass manche dabei abdrehen. Das Problem ist aber kaum zu lösen, wenn Eltern und Lehrer nicht miteinander auskommen.

Was das Thema Vorbehalte bei Kindern mit HB angeht, so glaube ich dass häufig HBs nicht nur an sich, sondern auch an andere zu hohe Erwartungen stellen. Genauso wie ein NB sich kaum in die HBs reindenken kann, so scheint es manchen HBs schwer zu fallen, sich auf das Niveau von NBs "herunterzulassen".
Ich glaube, es fällt dir schwer zu begreifen, warum der Lehrer mit deinem Kind und deinen Ansichten nicht zurechtkommt, obwohl sie für dich doch offensichtlich sind.
Schlechte Lehrer sind ja nicht aus Sadismus schlechte Lehrer, sondern aus Unfähigkeit.
Ums mal überspitzt zu sagen: sich über den Lehrer zu ärgern, ist ungefähr so sinnvoll wie sich zu ärgern, dass man seiner Katze nicht beibringen kann zu bellen.


Um mal aufs Ursprungsthema zurückzukommen: angenommen, du hättest die Zeit dazu, wären deine Kinder mit homeschooling besser dran?
Es gäbe dann ja externe Bewertungen, sich sachlich sind, weil das Kind mangels Kontakt zum Prüfer gar keine Möglichkeit hatte, sich unbeliebt zu machen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 07.02.2010 um 16:35.]

*geprüfte Schnuffel*
Verfasst am: 07. 02. 10 [16:46]
Benne
Dabei seit: 27.12.2007
Beiträge: 1340
anouk schrieb:

@Benne

Oh, ist tatsächlich eine gute Intelligenz ein wichtiger Faktor für gelingendes und befriedigendes Leben? Das möchte ich direkt mal in Frage stellen. Wieso ist ein hoher IQ gleichbedeutend mit Gelingen oder Zufriedenheit?


Ich denke ,ich habe das Wichtigste vergessen:Gesundheit!Psychische und körperliche Gesundheit und vor allem zur psychischen Gesundheit zählt für mich auch ein gute Intelligenz.Man kann hier manchmal den Eindruck gewinnen, eine hohe Intelligenz sei eine Disposition Probleme im Leben zu bekommen.Intelligenz öffnet Türen,die anderen verschlossen bleiben,sie ist die Grundvorausstzung ,sich selbst und das Leben,bzw.die Welt zu verstehen,was für mich die größtmögliche Befriedigung,die ein Mensch in seinem Leben erlangen kann, darstellt.

Liebe Grüße...Benne

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 07.02.2010 um 17:08.]

" Überall hin, wonach mir der Sinn steht, tragen mich die Rosse. "

Parmenides
Verfasst am: 07. 02. 10 [18:27]
mamuesp
Dabei seit: 13.12.2007
Beiträge: 7021
Nickie schrieb:
Dann besser gelegentlich ein Referat vorbereiten oder ähnliches, wo wirklich mal selbst etwas erarbeitet werden muss.

Der Lehrer, der mit unserem Sohn am besten klar kam, hat genau das gemacht. Ansonsten war er auf jeden Fall kosequent - es geht hier nicht ums Zügel schleifen lassen, sondern darum, Probleme individuell zu erkennen und gegen zu steuern. So hatte er z.B. einen Klassenkreis, dort wurden Probleme in der Klasse offen angesprochen und gelöst. Das war genial. Streng und gut bzw. ausgewogen schliessen sich dabei nicht aus. Übrigens: bei dem Lehrer war die Klasse immer konzentriert bei der Sache, es herrschte Ruhe.

Nickie schrieb:
Es ist etwas völlig anderes, wenn ein Lehrer (oder eine Lehrerin) mit harten Disziplinarmaßnahmen seine fehlende Autorität vertuschen will.

Bei den Kolleginnen, die dies versuchten, ging es immer drunter und drüber. Keine Ruhe, keine Konzenteration, wenig Respekt.

Nickie schrieb:
Das Problem ist aber kaum zu lösen, wenn Eltern und Lehrer nicht miteinander auskommen.

Wir vermeiden es möglicht, über Lehrer zu schimpfen. Wir stellen klar - das betonte ich nun schon mehrmals - dass man sich die Lehrer nicht backen kann und akzeptieren auch die "Respektsperson" Lehrer. Wenn aber das Verhalten zu wünschen übrig lässt, muss hier Kritik erlaubt sein. Bis dato sind wir so auch gut gefahren. Probleme habe ich nur mit Lehrer/innen, unter denen ich schon selbst zu leiden hatte. Da haben wir zwei, drei Fälle - die sind heute noch so schlecht wie damals ... das Ganze ist also kein Generationsproblem ... das nur nebenbei.

Nickie schrieb:
Ich glaube, es fällt dir schwer zu begreifen, warum der Lehrer mit deinem Kind und deinen Ansichten nicht zurechtkommt, obwohl sie für dich doch offensichtlich sind.

Das kann durchaus zutreffen.

Nickie schrieb:
Ums mal überspitzt zu sagen: sich über den Lehrer zu ärgern, ist ungefähr so sinnvoll wie sich zu ärgern, dass man seiner Katze nicht beibringen kann zu bellen.

Deshalb belassen wir es ja nicht beim Ärgern, sondern versuchen, die Lehrer irgendwie mit einzubeziehen, nur wenn es zu dicke kommt, muss man auf Konfrontationskurs gehen - und da steht man völlig allein da. Man hat aber einige Mittel, die durchaus helfen. So hat man z.B. als Elternteil das Recht, einige Male den Unterricht zu besuchen ("hospitieren") - das kann Wunder wirken. In beide Richtungen ...

Nickie schrieb:
Um mal aufs Ursprungsthema zurückzukommen: angenommen, du hättest die Zeit dazu, wären deine Kinder mit homeschooling besser dran?

Hatte ich ja schon gesagt: in der Grundschulzeit auf jeden Fall. Liegt aber auch daran, dass ich beruflich in Sachen Schulung etc. einiges beigebracht bekam ...

http://www.smilies.4-user.de/include/YouSmileys/wappen-smileys-Rheinland-Pfalz.gif "Es ist normal, anders zu sein." - erleichterte Erkenntnis eines 'HB-Kids' ... http://www.hobee.org/fileadmin/pics/smilies/yapbo.gif

Avatar © sarah5 - Fotolia.com
Verfasst am: 07. 02. 10 [19:53]
N.A. Es fällt mir schwer zu verstehen, was denn so schlimm am Erledigen der schulischen Hausaufgaben sein soll. Wer den Stoff kapiert hat, dem flutscht die HA weg wie nichts. Ist doch gerade dann keine Staatsaffaire.

Nun gut, meine Tochter hat sich in der Schule überwiegend gelangweilt. Um diesem abzuhelfen, erlaubte sie sich, während des schulischen Unterrichts Hausaufgaben zu erledigen, etwa Ovids Metamorphosen zu übersetzen, die mir eine Nummer zu hoch waren. Nebenbei zeichnete sie, um die Zeit irgendwie zu überbrücken. Der Biologie-Lehrer, der Nase noch kaum kannte und das komische Geschehen aufmerksam beobachtete, forderte sie gegen Ende der Stunde auf, den Stoff zusammenzufassen und das war natürlich nicht das geringste Problem.

So einfach lassen sich Probleme lösen ohne jeglichen Konfrontationskurs seitens der Eltern. Man muß sich eben immer etwas einfallen lassen, um der Langeweile zu entgehen und trotzdem so viel vom schulischen Unterricht mitbekommen, dass man in seiner überaus wertvollen Freizeit sich nicht auch noch mit unnützem Lernen herumschlagen muss.

Auf diese Idee wurde Nase von einer Lehrerin in der 1./2. Klasse GS gebracht, die ihr damals immer zusätzliche Aufgaben auf einem schön geschriebenen Zettel stellte und Nase ihr noch heute dafür überaus verbunden ist. Denn das bedeutete, dass diese Lehrerin sich zusätzlich die Mühe machte, speziell für Nase immer etwas in petto zu haben, um die Kurze nicht absacken zu lassen.

Es gibt überall Menschen, die aus welchen Gründen auch immer negativ gepolt sind. Es liegt nicht in unserer Macht und unserer Verantwortung, ihnen auch das Positive nahe zu legen. Wir haben nur insofern Einfluss auf die Ereignisse, indem wir uns innerlich vom Negativen abwenden und dem Positiven zuwenden. Gerade Christenmenschen sollte so etwas relativ leicht fallen. icon_smile.gif

naturas Wort zum Montag
Verfasst am: 07. 02. 10 [21:51]
mamuesp
Dabei seit: 13.12.2007
Beiträge: 7021
natura schrieb:
Es fällt mir schwer zu verstehen, was denn so schlimm am Erledigen der schulischen Hausaufgaben sein soll.

Würde mir auch schwerfallen. Denn darum ging es gar nicht. Es ging darum, dass man das Instrument der Fachnote für Bereiche nutzt, die sich eigentlich nur in der Kopfnote niederschlagen sollten. Mehr eigentlich nicht.

http://www.smilies.4-user.de/include/YouSmileys/wappen-smileys-Rheinland-Pfalz.gif "Es ist normal, anders zu sein." - erleichterte Erkenntnis eines 'HB-Kids' ... http://www.hobee.org/fileadmin/pics/smilies/yapbo.gif

Avatar © sarah5 - Fotolia.com
Verfasst am: 08. 02. 10 [09:39]
Nickie
Themenersteller
Dabei seit: 04.03.2008
Beiträge: 3795
Heißt das, die Hausaufgaben werden gar nicht wirklich benotet, sondern es gibt nur eine fünf, wenn sie nicht gemacht werden?
Das wäre allerdings ungerecht.

*geprüfte Schnuffel*