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Verfasst am: 08. 12. 11 [13:06]
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cal
Dabei seit: 29.12.2010
Beiträge: 478
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Barbapapa,
vielen Dank für deinen Eintrag! Besonders für den letzten langen absatz. Der gibt mir Hoffnung. 
Grüße, cal
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Verfasst am: 08. 12. 11 [20:10]
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ladynienna
Dabei seit: 15.11.2011
Beiträge: 307
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Ich habe länger über die Beantwortung der Abstimmungsfrage nachgedacht (deswegen äußere ich mich auch erst jetzt dazu).
Gerade die Tatsache, dass ich jetzt öfter hier bin bringt mich dazu, mich intensiv mit dem Thema HB auseinanderzusetzen. Bis vor einem halben Jahr hätte ich jeden für verrückt erklärt, der mir eine möglich HB meinerseits angetragen hätte. Seit etwas mehr als vier Monaten weiss ich nun, dass es so ist.
Eigentlich noch ein ziemlich kurzer Zeitraum, gerade wenn man ihn im Verhältnis zu der Zeitspanne betrachtet, die ich "unwissend" verbracht habe.
Deswegen sind meine Gefühle und Gedanken zu dem Thema wahrscheinlich nicht mehr als eine Momentaufnahme und können durchaus in einigen Jahren ganz andere sein.
Seit ich um meine HB weiss und mich zusätzlich mit dem Thema "Späterkannte" auseinandergesetzt habe, geht es mir wie vielen meiner Vorschreiber/innen auch: Ich lerne mich gerade neu kennen. Vor allem ordne ich mich neu ein.
Und das tut gut - auch wenn es manchmal schmerzlich ist und schwer fällt.
Ich weiss jetzt warum vieles so ist wie es ist und ich weiss auch, dass ich mich nicht anstrengen muss es zu ändern (es sei denn die Motivation kommt aus mir selbst und nicht aus dem Versuch "normal" sein zu wollen). Es wäre sinnlos gegen meine Natur zu gehen. Und diese Erkenntnis ist für mich sehr wertvoll und hilft mir mich selbst zu akzeptieren. Vielleicht schaffe ich es irgendwann sogar, mich zu mögen. Davon träume ich.
Auf einen Punkt, der schon mehrfach erwähnt wurde, möchte ich auch noch einmal eingehen:
Die Diskrepanz zwischen dem, was für mich völlig selbstverständlich ist und dem, was es für andere ist.
Zum einen gibt es das Phänomen, dass ich oft denke: "Das kann doch nicht wahr sein, dass die das nicht begreifen!" oder "Das gibts doch gar nicht! Können die nicht selbst ein bisschen nachdenken? Ein wenig über ihren Tellerrand hinausschauen?" - Jetzt weiss ich, dass nicht die anderen dumm und/oder desinteressiert sind, sondern dass ich falsche Massstäbe ansetze, weil ich mich selbst als "normal" zugrunde lege.
Seit ich das weiss, stelle ich mir die Fragen zwar immer noch - aber ich schaffe es, mich nicht mehr darüber aufzuregen und - viel wichtiger - ich mache anderen keinen Vorwurf mehr deswegen.
Das zweite Phänomen ist, dass ich manchmal feststelle, dass andere Menschen mich komplett missverstehen. Und früher dachte ich immer, dass es daran liegt, dass ich nichts erklären kann. Dass ich mich unklar ausdrücke oder dass ich schlicht und ergreifend Dinge nicht auf den Punkt bringen kann. Heute weiss ich, dass es daran liegt, dass ich die Treppe zur Lösung eines Problems immer im Laufschritt hochsprinte und 2-3 Stufen auf einmal nehme. Und andere Leute müssen eben jede Stufe nehmen um die nächste erreichen zu können.
Seit ich das weiss, kann ich mich viel besser darauf einstellen. (Außer in Situationen, in denen ich mich selbst anstrengen muss um eine Lösung zu finden - dann muss ich mehrere Stufen auf einmal nehmen, weil ich sonst stolpere. Für diesen Fall habe ich mir für's Erste vorgenommen, meine Lösungen und Lösungswege erst dann anderen mitzuteilen, wenn mir der Weg absolut klar ist und ich in der Lage bin, die Stufen alle einzeln zu nehmen.)
Wenn ich mir diesen Roman so durchlese (sorry - wenn ich ins Schreiben komme, dann wird es hier bei Euch immer so lang... ), dann klingt das alles ja durchaus positiv.
Eine negative Seite habe ich doch noch, und die macht mir von Zeit zu Zeit auch ganz schön zu schaffen:
Ich bin schon fast 40 und habe also 39 Jahre lang nicht gewusst, welches Potential in mir steckt. Schade! Das ist so schade!
Was hätte ich alles tun können? Wer wäre ich heute, wenn ich das schon in der Schulzeit gewusst hätte? Warum musste ich mich so lange Zeit so "falsch" fühlen? Können die Verletzungen, die ich deswegen habe, heilen? - Sicher nicht ohne Narben. Wie wäre es ohne diese Narben?
Könnte ich dann meinen Kindern gerechter werden?
Könnte ich sie dann besser als die Menschen akzeptieren, die sie sind?
Könnte ich mich dann besser als den Menschen akzeptieren, der ich bin?
Wäre ich dann ein anderer (besserer?) Mensch?
Ich weiß, dass man seine Signaturen nicht wie Unterhosen wechseln sollte, aber die letzte verliert doch langsam etwas an Zusammenhang
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Verfasst am: 08. 12. 11 [20:27]
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herz_aus_stahl
Dabei seit: 31.12.2007
Beiträge: 2548
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ladynienna schrieb:
Wäre ich dann ein anderer (besserer?) Mensch?
Nö, warum auch? Du bist doch trotzdem du, egal ob du nun in einer neuen Schublade steckst.
 ♪♫  Daß eine Aussage polemisch oder verletzend formuliert ist, entzieht sie nicht schon dem Schutzbereich des Grundrechts [auf Meinungsfreiheit] (vgl. BVerfGE 54,129[138 f.]; 61,1[7 f.]) 奥利弗
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Verfasst am: 08. 12. 11 [20:33]
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ladynienna
Dabei seit: 15.11.2011
Beiträge: 307
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nein, so meine ich das nicht.
Die Frage sollte korrekt lauten:
Wäre ich ein besserer Mensch geworden, wenn ich nicht die Hälfte meines Lebens (und damit fast 100% meines bisherigen) mit diesen Selbstzweifeln verbracht hätte...?
Ich weiß, dass man seine Signaturen nicht wie Unterhosen wechseln sollte, aber die letzte verliert doch langsam etwas an Zusammenhang
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Verfasst am: 08. 12. 11 [20:44]
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herz_aus_stahl
Dabei seit: 31.12.2007
Beiträge: 2548
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ladynienna schrieb:
Wäre ich ein besserer Mensch geworden, wenn ich nicht die Hälfte meines Lebens (und damit fast 100% meines bisherigen) mit diesen Selbstzweifeln verbracht hätte...?
Selbst wenn, was würde dir das jetzt bringen?
ladynienna schrieb:
Zum einen gibt es das Phänomen, dass ich oft denke: "Das kann doch nicht wahr sein, dass die das nicht begreifen!" oder "Das gibts doch gar nicht! Können die nicht selbst ein bisschen nachdenken? Ein wenig über ihren Tellerrand hinausschauen?" - Jetzt weiss ich, dass nicht die anderen dumm und/oder desinteressiert sind, sondern dass ich falsche Massstäbe ansetze, weil ich mich selbst als "normal" zugrunde lege.
Nein, du hast Recht, die anderen sind dumm und desinteressiert. Sie können nur nichts dafür. Einer der ersten HBs die ich kennengelernt habe, nannte die anderen "Muggel".
Er hatte irgendwie recht, aber für dich ändert das nichts, das bisschen mehr verständnis nutzt dir nichts. Mach einfach das beste daraus, dass du es jetzt weisst, es verändert nicht wirklich was.
 ♪♫  Daß eine Aussage polemisch oder verletzend formuliert ist, entzieht sie nicht schon dem Schutzbereich des Grundrechts [auf Meinungsfreiheit] (vgl. BVerfGE 54,129[138 f.]; 61,1[7 f.]) 奥利弗
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Verfasst am: 08. 12. 11 [20:51]
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ladynienna
Dabei seit: 15.11.2011
Beiträge: 307
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herz_aus_stahl schrieb:
Selbst wenn, was würde dir das jetzt bringen?
Weiss ich nicht. Das ist es ja eben.
Vielleicht wäre alles viel leichter?
Ich weiss, dass das ein fruchtloses hinter verpassten Chancen Hinterherheulen ist.
Trotzdem macht es mich traurig. Und an manchen Tagen wütend.
herz_aus_stahl schrieb:
Nein, du hast Recht, die anderen sind dumm und desinteressiert. Sie können nur nichts dafür. Einer der ersten HBs die ich kennengelernt habe, nannte die anderen "Muggel".
Er hatte irgendwie recht, aber für dich ändert das nichts, das bisschen mehr verständnis nutzt dir nichts. Mach einfach das beste daraus, dass du es jetzt weisst, es verändert nicht wirklich was.
Muggel trifft es irgendwie, stimmt.
Aber dass es für mich nichts ändert, sehe ich nicht so. Es ändert sich in sofern etwas, als dass ich mich nicht mehr so daran aufreibe, sondern einfach von anderen Grundvoraussetzungen ausgehe. Die Messlatte anders anlege.
Ich weiß, dass man seine Signaturen nicht wie Unterhosen wechseln sollte, aber die letzte verliert doch langsam etwas an Zusammenhang
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Verfasst am: 08. 12. 11 [20:54]
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herz_aus_stahl
Dabei seit: 31.12.2007
Beiträge: 2548
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ladynienna schrieb:
... von anderen Grundvoraussetzungen ausgehe. Die Messlatte anders anlege.
Ich sag doch: Es verändert nicht wirklich was.
 ♪♫  Daß eine Aussage polemisch oder verletzend formuliert ist, entzieht sie nicht schon dem Schutzbereich des Grundrechts [auf Meinungsfreiheit] (vgl. BVerfGE 54,129[138 f.]; 61,1[7 f.]) 奥利弗
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Verfasst am: 29. 04. 12 [15:22]
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lovelife
Dabei seit: 29.04.2012
Beiträge: 13
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Hi Leute,
bin 23 und habe es erst vor 3 Tagen erfahren. Endlich weiß ich das ich keine Macke habe sondern einfach anders denke. Glaube es immernoch nicht, überlege ob ich den Test machen soll... Um die Felder zu bestimmen.... Qüale mich durch das Studium aber muss nun kein schlechtes Gewissen mehr haben wenn ich nicht zur Vorlesung gehe weil ich nun weiß warum sich alles dagegen sträubt.. Meine Eltern wissen glaube ich nicht wie sie damit umgehen sollen... Keine Ahnung was sich ändern wird aber ich fühle mich gut!!! Mein Selbstwertgefühl ist innerhalb der letzten Tage extrem angestiegen!
Ich habe noch nie jemanden getroffen der die Welt so tief empfunden hat wie ich, aber ich werde nicht aufhören zu versuchen sie zu erklären bis ich jemanden finde der genauso empfinden kann!
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Verfasst am: 29. 04. 12 [15:57]
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ladynienna
Dabei seit: 15.11.2011
Beiträge: 307
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Ich mag Deine Euphorie nur ungern bremsen, aber:
1. woher weisst Du "es" so sicher, wenn Du keinen Test gemacht hast?
2. kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, wenn man nicht zur Vorlesung geht, ist nur dann sinnvoll, wenn man stattdessen auf andere Weise dafür sorgt, dass man das Ziel des Studiums erreicht. Oder aber beschließt, dass man etwas anderes zwecks Broterwerbs anstreben möchte. Allein damit, dass man "es" in die Bewerbung schreibt, bekommt man leider meist keinen Job
Ich weiß, dass man seine Signaturen nicht wie Unterhosen wechseln sollte, aber die letzte verliert doch langsam etwas an Zusammenhang
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Verfasst am: 29. 04. 12 [17:06]
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anouk
Dabei seit: 13.12.2007
Beiträge: 7257
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lovelife schrieb:
Hi Leute,
bin 23 und habe es erst vor 3 Tagen erfahren.
Du hast erst vor drei Tagen erfahren, dass du 23 bist? (SCNR!)
Manchmal ähnelt Kommunikation dem Gehen in Stilettos auf Kopfsteinpflaster.
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Verfasst am: 29. 04. 12 [18:58]
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lovelife
Dabei seit: 29.04.2012
Beiträge: 13
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Ich meinte einen Test der speziell auf die Felder der Hochbegabung ausgelegt ist..., ja das mit den Vorlesungen ist mir klar aber nun hab ich genug Selbstvertrauen das ich mit das auch viel angenehmer auf meinem eigenen weg aneignen kann
Ich habe noch nie jemanden getroffen der die Welt so tief empfunden hat wie ich, aber ich werde nicht aufhören zu versuchen sie zu erklären bis ich jemanden finde der genauso empfinden kann!
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Verfasst am: 29. 04. 12 [23:51]
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cal
Dabei seit: 29.12.2010
Beiträge: 478
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nur mut lovelife, ich habe auch keine vorlesungen besucht und mein studium trotzdem ordentlich abgeschlossen... das schaffst du auch.
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