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Verfasst am: 01. 07. 09 [21:25]
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stern2null3
Themenersteller
Dabei seit: 22.12.2007
Beiträge: 5709
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Mich würde interessieren, ob und – wenn ja – was sich für Euch mit der Erkenntnis, hochbegabt zu sein in Eurem Leben verändert hat.
– Gab es Veränderungen in beruflicher Hinsicht?
– Gab es Veränderungen im privaten Bereich?
– Für Euch persönlich?
– Habt Ihr Dinge in Angriff genommen, die Ihr ohne das Wissen um Eure HB vielleicht nicht gewagt hättet?
– Seid Ihr glücklicher oder unglücklicher?
– Gibt es negative Konsequenzen?
Kurzum: was hat sich für Euch verändert?
Hinweis: Ich finde, dass der Thread ganz gut in "Hochbegabung" passt. Falls aber jemand privater schreiben möchte und deshalb den Thread lieber im geschlossenen Bereich sehen würde, gebt mir einfach einen Hinweis.
- weg -
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Verfasst am: 01. 07. 09 [23:02]
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concetta
Dabei seit: 01.08.2008
Beiträge: 116
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coole umfrage. das gefällt mir.
bei mir hat sich schon einiges ins positive verschoben. ich traue mir mehr zu und bin innerlich zufriedener. weil ich nun weiss was möglich ist.
können ja noch ein paar andere was zu schreiben. danke stern2null3 für die nette umfrage. sicher trauen sich noch user ein bisschen den mantel des schweigens zu lüften.
mich würden auch posts interessieren von usern die nicht so gut damit klarkommen und unglücklich mit den erkenntnissen sind.
shit happens
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Verfasst am: 01. 07. 09 [23:16]
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Tiefsee
Dabei seit: 20.10.2008
Beiträge: 385
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(Oh, solche Kurzbeschreibungen hätte ich gar nicht für möglich gehalten!)
Vor ziemlich genau einem Jahr war ich erstmals mit diesen beiden Buchstaben konfrontiert und saß hier zwischen Lachen, Weinen, Schreien, Leere, Verstehen, Verletztsein - das ganue Spektrum rauf und runter - bis hin zur Aussöhnung.
In der Zwischenzeit habe ich eine Arbeit, in der meine Fähigkeiten tatsächlich gebraucht werden, was ich schon fast für unmöglich hielt und spüre eine natürliche Würde. Das Gefühl des Andersseins hat sich gelöst von Begriffen wie "Schwarzes Schaf", "unfähig", "Versagen".
Diese Neugier, interessante Dinge bis ins Detail wissen zu wollen, hat nun ihre Berechtigung und darf gestillt werden, das Vertrauen in die eigene wirre, schnelle, vielseitige, sprunghafte, sinnesstärkere so andere Welt wächst und inspiriert zu immer neuen Expeimenten.
Fazit: das Wissen um dieses andere Lebensgefühl brachte eine neue Ebene von Verantwortung und Glück.
Tiefsee
Beginnen ist Stärke, Vollenden ist Kraft.
(Johann W. von Goethe)
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Verfasst am: 01. 07. 09 [23:24]
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stern2null3
Themenersteller
Dabei seit: 22.12.2007
Beiträge: 5709
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Danke, concetta! 
Im Wesentlichen hat sich für mich verändert, dass ich meine "Marotten" viel besser annehmen kann. Meine "blöden" Fragen zum Beispiel (das genau wissen wollen), dass ich bestimmte Arten von Unterhaltungen rein gar nichts abgewinnen kann, dass ich zu viele Umwelteinflüsse (z. B. jetzt wieder in der Straßenfestsaison) ganz schlecht vertrage ... Ich weiß jetzt viel besser, was ich brauche, welche Sorte von Gesprächspartnern mir guttun und versuche nicht mehr, von Kühen Eier zu bekommen oder Ähnliches.
Bestimmt fällt mir noch mehr ein. Aber im Grunde nur positive Aspekte ... .
@concetta: betrifft Dein größeres Selbstvertrauen nur Berufliches oder auch Privates?
@tiefsee:
tiefsee schrieb: ... brachte neue Ebene von Verantwortung und Glück.
Das klingt toll! Den Begriff Verantwortung finde ich interessant ... meint das die Verantwortung Dir selbst gegenüber oder auch eine Verantwortung der Gesellschaft oder einer "höheren Sache" gegenüber? ... schön, dass das alles bei Dir so positive Auswirkungen hat!

- weg -
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Verfasst am: 02. 07. 09 [01:08]
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N.A.
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Bei der Beantwortung der Umfrage habe ich mir sehr schwer getan. Etwa 1/3 aller Münchner Taxifahrer sind Akademiker mit abgeschlossenem Hochschulstudium, alle geistig wohl nicht besonders unterbemittelt. In der Wohnung unterhalb meiner lebt ein freischaffender Architekt, der kaum Aufträge bekommt. Zwei Hauseingänge nebenan ein Ingenieuer, der jahrzehntelang sehr erfolgreich für die größten Energielieferanten in der BRD tätig war und seit Jahren nun sein Bankkonto nach und nach auflebt.
Da ich selber Akademikerin bin, kann ich sehr schwer einschätzen, wie sich Menschen fühlen, die ich, ohne die IQ-Test jemals gesehen zu haben, für sehr intelligent halte, wenn sie keinen ihrer Intelligenz entsprechenden Arbeitsplatz haben. Ich verdiene mir meine Brötchen auch weit unterhalb meiner Qualifikation und gestehe, dass es mir oft nicht leicht fällt, meinen Mund zu halten. Mir geht es so, als würde ich ständig mit der angezogenen Handbremse fahren.
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Verfasst am: 02. 07. 09 [11:34]
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karin
Dabei seit: 21.05.2008
Beiträge: 497
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Es hat sich definitiv was verändert.
Mein sicher größter Schritt war der Beginn mit dem Studium. Ich habe immer darüber gesprochen, aber das Selbstbewußtsein war nicht sehr ausgeprägt.
Das ist jetzt, mit kleinen Einbrüchen, besser.
Ich kann mein Verhalten besser nachvollziehen z.B. warum ich bei einigen/vielen Sachen nicht mit der Masse mitwollte.
Ich setzte mich jetzt aber zum Teil mehr unter Druck mit "das sollte ich doch leicht können". Meine Erwartungshaltung an mich ist größer, dadurch bin ich aber auch gestresster.
Zwischen dem Genie und dem Wahnsinnigen ist die Ähnlichkeit, daß sie in einer andern Welt leben als der für alle vorhandenen. (Arthur Schopenhauer)
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Verfasst am: 02. 07. 09 [12:12]
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erdingeralex
Dabei seit: 27.11.2008
Beiträge: 211
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Bei mir hat sich schon einiges geändert. Ich traue mir mehr zu, weiß warum mich manchmal mein Umfeld nicht versteht und kann mein bisheriges Leben einordnen. Warum ich Schwierigkeiten in der Schule hatte und was da von Grund auf leider falsch gelaufen ist. Ich weiß so einigermaßen aus dieser Erfahrung auf was ich bei meinen Kids achten muss (1x HB und 1x im Bereich HB). Also eigentlich Positiv
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Verfasst am: 02. 07. 09 [12:52]
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hen
Dabei seit: 13.12.2007
Beiträge: 4312
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Bei mir hat sich endlich der Knoten gelöst und ich lerne, mir zu vertrauen. Das bedeutet ganz einfach, dass ich nicht mehr so sehr auf das höre, was irgendein Dahergelaufener so den lieben langen Tag lang quatscht, sondern auf meine eigene Stimme höre. Und zur Not mich lieber für mich entscheide.
Dadurch kann ich inzwischen etwas lockerer mit den Leuten und ihrem total unlogischen und inkonsequenten Verhalten, mit ihren Neurosen und verdrehten Persönlichkeiten umgehen.
Und manchmal, ganz manchmal sogar, kann ich es auch einfach ignorieren und mir denken: "Die Enten im Park hören irgendwann auf zu schnattern, der da vorne wird auch irgendwann aufhören" ... und etwas ruhiger werden
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Verfasst am: 02. 07. 09 [15:38]
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foxie
Dabei seit: 26.02.2008
Beiträge: 2361
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Für mich ist das seit meiner Kindheit Realität, hat somit nicht etwas verändert, sondern gewisse Dinge gar nicht erst aufkommen lassen...so wusste ich immer, dass ich nicht dumm bin...realisiert hab ich das zwar erst viel später, aber das ist n anderes Thema.
Ich trau mir inzwischen trotz des ADS etwas zu, es hat mir ganz sicher geholfen, aus der Trauer über die ADS-Diagnose zu kommen (es gab immer n paar wenige, die genauso schlau waren wie ich) und etwas was ich noch sagen wollte, hab ich grad vergessen.
- geprüfte Schnuffellin I -
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Verfasst am: 02. 07. 09 [18:15]
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oesb
Dabei seit: 05.01.2008
Beiträge: 1390
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Hi,
ich hab nach dem Test endlich meinen Dipl in Angriff genommen. Meine Tochter hat nur abgenickt mit ihren damals 11 Jahren und gemeint das wäre ja wohl klar - sonst hät der Papa mich auch nicht geheiratet. Lebe mein Querdenkersein noch mehr aus. ....
LG Oesb
*Bitte beachtet die Termine für den HB Stammtisch, den HB Stammtisch für Heranwachsende und den HB Stammtisch für Eltern mit HB Kindern in Hannover! Jeweils der erste Sonntag im ungeraden Monat!*
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Verfasst am: 03. 07. 09 [00:37]
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Camouflage
Dabei seit: 12.04.2008
Beiträge: 1347
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Verändert hat sich...
...mein Selbstvertrauen:
Auch wenn ich heute weiterhin nicht alles, was ich angehe, sofort kann, (wie früher auch) traue ich mir heute zumindest zu, es auf jeden Fall lernen zu können.
...mein generelles Selbstbild:
Früher war ich mir nicht sicher, ob ich nicht vielleicht ziemlich beschränkt bin und dies aufgrund meiner Beschränktheit möglicherweise nur selbst nicht merke - heute weiß ich, das ich definitiv nicht zu den Grenzdebilen gehöre.
...mein Anspruch an mich selbst:
Ich halte nichts davon, Potential brachliegen zu lassen und denke, ich habe diesem gegenüber eine Verantwortung. Also erwarte ich von mir selbst, aus meinen Möglichkeiten auch ein bisschen was zur Umsetzung zu bringen (und damit der Welt etwas zurück zu geben).
...meine Lust am Lernen:
Eigentlich war ich mein Leben lang eine extrem faule Socke. Seit ich weiß, dass ich mit etwas Einsatz weit kommen kann und es meinen Geist nicht überfordert oder unnötig belegt, wenn ich lerne, sondern sein Fassungsvermögen so groß ist, dass ich nie seine Grenzen erreichen kann, habe ich Spaß daran, mir zunehmend Input zu verschaffen.
zu machen.
...mein Blickwinkel:
Dies gilt insbesondere in Bezug auf 2 Punkte:
1) Ein Stückweit bringe ich jetzt die immer wieder kehrende Erfahrung des Andersseins mit der Diagnose in Verbindung - z.B. mein besonderer Spaß am Denken, Analysieren, Reflektieren.
2) Früher dachte ich, wenn andere mich nicht verstanden, es müsse wohl in der Regel daran liegen, das mein Gedanke sachlich hochgradig unsinnig war. Mittlerweile habe ich gemerkt, dass der glasige Blick meines Gegenübers manchmal eher daran liegt, dass ich extrem komplexe Infos und Zusammenhänge sehr komprimiert in einen Satz packe (ohne das mir dies recht bewusst ist) und damit die Dechiffrierkapazitäten meines Gegenübers extrem strapaziere.... (Problem ist erkannt und ich arbeite daran, in sinnvoller Weise kleinschrittiger/verständlicher zu kommunizieren.)
Insofern: Eigentlich nur Gutes!
«Die eigentlichen Geheimnisse auf dem Weg zum Glück sind Entschlossenheit, Anstrengung und Zeit.»
(Der XIV. Dalai Lama)
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Verfasst am: 03. 07. 09 [02:03]
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duneyrr
Dabei seit: 10.04.2009
Beiträge: 122
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Ich habe "etwas (zum Negativen)" angekreuzt, weil ich mich seitdem noch mehr unter Druck fühle irgendetwas erreichen zu müssen. Außerdem kann ich jetzt kaum noch behaupten, ich sei zu dumm zum studieren.
Wer schweigt, stimmt zu!
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Verfasst am: 03. 07. 09 [08:52]
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Tiefsee
Dabei seit: 20.10.2008
Beiträge: 385
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Das Lesen der Beiträge löste jetzt das Gefühl von Schlaraffenland aus: sich selbst besser vertrauen, toleranter und lockerer sein, sich mutig einbringen, mehr probieren ...
Dass das Zeit, Entschluss und Aufmerksamkeit kostet, schwingt mit.
stern2null3 schrieb:
Den Begriff Verantwortung finde ich interessant ... meint das die Verantwortung Dir selbst gegenüber oder auch eine Verantwortung der Gesellschaft oder einer "höheren Sache" gegenüber?
Seit ich mein Denken und Handeln als wirksam erlebe, ist der Begriff Verantwortung etwas sehr lebendiges - weich und nah. Das Einverständnis zwischen Kopf und Herz lässt Entscheidungen leichter fließen, auch wenn der folgende Weg steinig zu sein scheint. Wenn ich heute inneren Aufschub bemerke, ist der Vorgang des Entscheidens weniger ein Kampf oder inneres Wortgefecht zwischen Anpassung, Rebellion und Wunsch. Zu wissen, dass ich richtig bin, lässt die Wogen sich schneller glätten oder gar nicht erst hochschlagen. Es ist vollkommen in Ordnung, Entscheidungen im Sinne meines Wohlgefühls zu treffen.
Es ist also eher eine neue Ebene des verantwortlichen Handelns. Die greift privat, familiär, gesellschaftlich, höhersächlich.
@duneyrr
Diesen selbsterzeugten Druck auszutricksen, ist wahrlich eine große Aufgabe! Wenn es gelingt, Fähigkeiten wiederzubeleben oder zu entdecken, mit deren Hilfe sich Freude und Zufriedenheit ausbreitet, können sich neue Tore öffnen. Ich wünsch Dir eine Menge Leichtigkeit mit Dir selbst!
Tiefsee
Beginnen ist Stärke, Vollenden ist Kraft.
(Johann W. von Goethe)
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Verfasst am: 03. 07. 09 [19:39]
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N.A.
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Positiv verändert hat sich, dass meine Tochter begriff, dass die meisten Normalbegabten keineswegs dumm sind. Das ist ihr nämlich schon passiert, als sie 10 Jahre alt war und dann wollte gerade sie im Umkehrschluss überhaupt nicht auf's Gymnasium. Ihre vielseitige hohe Begabung haben übrigens Lehrer in der Schule und in anderen Freizeitaktivitäten gesehen ebenso das Publikum, dies auch ohne Test. Allein durch den Test hat sie für sich eine offizielle Bestätigung, dass sie überdurchschnittlich begabt ist.
Mir hat das Bewusstsein darüber dazu verholfen, in einem Nebenjob in Apotheken den Chefs gegenüber, wo ich ja nur Assistentin bin, meine Einwände diplomatischer zu formulieren. Ist mir nämlich früher schon passiert, dass ich in der Kundenberatung gelegentlich nicht so sicher war und lieber den Chef fragte, der sich daraufhin blamiert fühlte.
In der Familie mit Großeltern und Tanten hat es sich leider sehr zum Negativen verändert. Der ohnehin schon bestehende Neid hat sich wesentlich verschärft. Da wird seit Jahren nur noch in Textbausteinen gesprochen. "Wenn 'Nase' so begabt ist, warum hat sie noch kein Abi? Aus dir ist auch nichts geworden, sonst wärest du längst Professorin". Oh je, ist das alles kompliziert.
Als ich mich an mein Studium machte, obwohl ich eine sehr mittelmäßige Schülerin war, hatte ich noch lange nicht die blasseste Ahnung von HB. Damals gab es allerdings noch keinen Bachelor und an sich kaum irgendwelche Studienregeln. Also nahm ich mir die Freiheit, ab dem 3. Semester gleich in Hauptseminare einzusteigen, die an sich nur den Fortgeschrittenen vorbehalten waren. Aber die Hauptseminare waren von den Themen her einfach interessanter und da keiner überprüfte, war ich so frei... und bin damit dennoch gut angekommen. Anschließend für die Abschlüsse die notwendigen Proseminare zu machen, war weniger lustig, aber ich wusste wenigstens, wofür sie nötig waren. Nur 20% in meinem Hauptfach haben damals ihr Studium beendet, weshalb später das Studium "verschult" wurde.
Weiter ausholen möchte ich hier nicht, weil ich meine, dass ein jeder seine ganz individuellen Erfahrungen hat und mein Weg wie auch der meiner Tochter nicht den geringsten Anspruch auf Allgemeingültigkeit hat.
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Verfasst am: 06. 07. 09 [17:56]
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revilo
Dabei seit: 15.03.2008
Beiträge: 183
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Gab es Veränderungen in beruflicher Hinsicht?
nein immer noch ohne arbeit, aber ich arbeite daran, wieder arbeit zu finden und versuche mich da von dem leiten zu lassen, was ich möchte (zumindest unternehme ich einen dahin gehenden versuch). durch die diagnose weiß ich, dass meine qualifikation kein zufallsprodukt ist, ich wesentlich schneller lerne als der durchschnitt und ich mich damit in fast jede aufgabe sehr schnell einarbeiten kann ... limit ist also weniger die qualifikation als vielmehr mein interesse.
Gab es Veränderungen im privaten Bereich?
ich aktzeptiere gewisse probleme, verständigungsschwierigkeiten, meine grübelei, die tendenz, mich einzumischen, wenn es um gerechtigkeit und soziale fragen geht, ich habe menschen kennengelernt, die auch so sind.
bin generell ruhiger geworden.
ich betrachte meine biographie aus einer anderen sicht, vermute mittlerweile auch bei meinem bruder eine ähnliche veranlagung (und auch bei meinem vater), mir erklärt das auch, warum ich nicht aufgefallen bin in der familie, es gibt sehr offene gespräche über das thema in der familie (in der unittelbaren familie)
Habt Ihr Dinge in Angriff genommen, die Ihr ohne das Wissen um Eure HB vielleicht nicht gewagt hättet?
in bewerbungen schreibe ich mittlerweile sehr deutlich, dass ich mich sehr schnell einarbeite. ich aktzeptiere wechselnde interessen, bin ruhiger, wenn ich eine sache mal wieder fallenlasse.
Seid Ihr glücklicher oder unglücklicher?
tendenziell glücklicher
Gibt es negative Konsequenzen?
nein
Ich bin nicht kompliziert ... ich bin nur eine Herausforderung !
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