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[Geschlossen] Die Hobees
| Autor | Nachricht |
|---|---|
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Verfasst am: 16. 02. 09 [15:45]
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anouk
Dabei seit: 13.12.2007
Beiträge: 7075
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Die Hobee-Legende Die Party im 34. Stockwerk des Big Centers in Normohattan war ein voller Erfolg. Die Geschäftsleitung hatte ein wichtiges Projekt abgeschlossen und zur Feier des Tages alle Mitarbeiter zu einem Umtrunk eingeladen. Alle waren guter Stimmung, griffen immer wieder bei den appetitlich angerichteten Häppchen zu und bemühten sich, den Barkeeper nicht allzu lange ohne Arbeit zu lassen. Doch in einer etwas abgeschirmten Sitzecke hockte ein schmales weibliches Wesen, auf dem Kopf eine grüne Kappe, auf dem Sofa und nippte vorsichtig an einem Sektglas. „Was machst du hier?“ fragte eine leise Stimme. Das schmale Wesen hob den Kopf und schaute erschrocken in ein fremdes Gesicht. Eindeutig ein Männchen, das war auf den ersten Blick erkennbar, noch dazu mit einer ähnlichen Kappe. „Was ich hier mache? Ich amüsiere mich!“ kam es gequält aus dem Mund der Angesprochenen. Das Männchen zog die Augenbrauen hoch und meinte mit leicht ironischem Unterton: „Klar doch, das sehe ich! Übrigens heiße ich Pablo und arbeite eine Etage tiefer. Und wer bist du?“ - „Ich bin Remi“, war die höfliche Antwort des Weibchens. Dennoch war unübersehbar, dass sich Remi nicht wohl fühlte. Pablo lächelte und sagte: „Ich verabscheue diesen Smalltalk und die Menschenmengen. Sollen wir auf den Balkon gehen? Die Nacht ist sternenklar und die Luft da draußen ist viel besser.“ Ein kleines Leuchten trat in Remis Augen. Sie erhob sich vom Sofa und folgte Pablo Richtung Außentür. Draußen bot sich ein herrlicher Anblick. Unten auf der Straße waren in schneller Folge Autos unterwegs und oben am Himmel funkelten die Sterne. Kaum ein Laut war auf dem Balkon zu hören. „Herrlich und wunderbar still hier!“ schwärmte das Weibchen und zog sich die Kappe zurecht. Dabei fielen ein paar Strähnen heraus. Pablo schaute genauer hin, denn er hatte ein schwaches Glimmern in einzelnen Haarspitzen bemerkt. Remi sah wieder erschrocken aus und stopfte ganz schnell alle Haare unter die Kappe. Dabei fiel ihr auf, dass das Männchen an den wenigen Locken, die aus seiner Kappe lugten, ähnliche Glimmerflecken hatte. Sie war überrascht, denn bislang hatte sie so etwas noch nie bei anderen Wesen, außer bei sich selbst, gesehen. Pablo sagte leise: „Du bist eine von uns. Ich habe es gleich gesehen, als du in der Sitzecke warst.“ - „Eine von uns? Wen oder was meinst du?“ Remi verstand nicht, was er ihr sagen wollte. Sie kam sich begriffsstutzig vor. „Na, das ist schnell erklärt, aber so schwer zu akzeptieren,“ war die Antwort. Pablo seufzte leicht vor sich hin, holte tief Luft und sah in Remis Augen. „Du bist eine Hobee“, sagte er, „dein Glimmern verrät es mir. Normos haben so etwas nicht.“ Remi war sprachlos. Von Hobees hatte sie schon gehört, diese aber in das Reich der Märchen und Legenden geschoben. Sie war eine Normo, was erzählte das Männchen da nur! Hobees waren unheimliche Gestalten, die anders waren und nicht in diese Welt gehörten. Man musste ihnen mit Misstrauen begegnen, denn sie störten die Ordnung. Außerdem gab es sie nicht, davon war sie überzeugt. Klar, hinter der vorgehaltenen Hand hörte man schon mal Andeutungen, doch sie hatte es immer als Tratsch und Gewäsch abgetan. Hobees existierten nicht! Pablo lächelte sie an: „Bei mir war es auch so. Ich wollte mein Anderssein nicht annehmen und habe mich nach meinem Zusammenbruch zur Therapie im Medical Center geschleppt. Dort wurden viele Tests mit mir gemacht und am Ende stand fest, dass ich ein Hobee bin.“ Remi konnte es nicht glauben, da stand ein Männchen vor ihr, sah wie jeder andere Normo aus und behauptete frech weg, ein Hobee zu sein. Sie schluckte. „Du spinnst ja, wieso soll ich dir glauben? Außerdem können Tests manipuliert werden.“ Doch immerhin war sie neugierig geworden und wollte dann doch mehr wissen. Das Thema war viel interessanter als die Party in den Büroräumen. „Schau mal,“ begann Pablo, „ist dir noch nie aufgefallen, dass das Glimmern immer dann auftaucht, wenn du anfängst, gründlich nachzudenken? Oder wenn du intensiv fühlst? So etwas ist ein Phänomen, dass es bei Normos nicht gibt. Und damit kein Hobee unnötig auffällt und ausgegrenzt wird, setzt er lieber eine Kappe auf. So wie du das tust.“ Remi überlegte ein Weilchen und sagte dann: „Wie kann ich dir glauben? Mir erscheint das arg phantastisch.“ - „Tja, du musst dich informieren, aber es gibt nur wenige zuverlässige und hilfreiche Quellen. Mir hat ein Forum im Internet viele Erkenntnisse gebracht und mich mit anderen Hobees zusammengeführt. Dort müsstest du dich anmelden und könntest dich problemlos mit dem Thema vertraut machen.“ Pablo zwinkerte mit den Augen. „Schau mal in den Abendhimmel. Dort glimmern die Sterne in der grenzenlose Weite des Weltraums. Fühlst du dich denn nicht auch manchmal so, als ob du dort oben hin gehörst? Als ob du hier bei den Normos ein bisschen anders tickst? Dass dich dein Raumschiff versehentlich hier abgesetzt hat? Das Glimmern in unseren Haaren ist nichts anderes als der feine Staub aus dem All, den wir auf unseren unendlichen Reisen aufnehmen. Und nur Hobees haben dieses, vergiss es nicht!“ Remi atmete tief, denn sie hatte auf einmal das Gefühl, einem alten Freund begegnet zu sein. Sie konnte kaum sprechen. Der Wunsch, noch mehr über diese Hobees zu erfahren, gab ihr die Stimme zurück. „Pablo, bitte sag mir, wie ich dieses Forum finden kann. Ich muss unbedingt wissen, ob ich dorthin gehöre.“ Pablo kam nah an sie heran und flüsterte ihr ins Ohr: „Sei vorsichtig, denn Hobees sind sehr scheu. Suche einfach im Internet die Adresse www.hobee.org und fühle dich endlich mal wie Zuhause.“ Admin: Kommentare und Bemerkungen bitte hier einbringen. |
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