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Verfasst am: 11. 06. 08 [10:47]
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Essenzia
Dabei seit: 30.03.2008
Beiträge: 89
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Hallo miteinander,
jetzt hatte ich in meinem Posting oben nicht explizit gefragt, was ihr hierzu denkt und ob ggf. jemand von euch das auch kennt, aber natürlich interessiert es mich sehr!
Deshalb sei an dieser Stelle noch mal gefragt: Was denkt ihr zur These "erst ist die Intuition/das Gefühl da, dann folgt die dazu passende rationale Begründung nach". Habt ihr dies auch schon mal beobachtet oder auch etwas hierzu gelesen?
Und wie geht es euch mit dem zweiten in meinem obigen stehenden Thema - kennt ihr auch diese Erfahrung, in der Außensicht manchmal nur auf die eine, rationale Seite reduziert zu werden, und das Gefühl, dass damit der Tiefe eures emotionalen Erlebens unrecht getan wird?
LG, Essenzia
Es sind weniger unsere Fähigkeiten, die uns zu dem machen, was wir sind, als vielmehr unsere Entscheidungen.
- sinngemäß aus: "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" -
Love it, change it or leave it
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Verfasst am: 11. 06. 08 [15:58]
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Serviera (gelöscht)
Themenersteller
Dabei seit: 02.08.2008
Beiträge: 0
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Speziell zu dieser Frage: Es kann auch anders sein. Ich habe z.B. gemerkt, daß wenn mir beim Lesen von systematischen, v.a. philosophischen Texten an einigen Stellen etwas "faul" vorkam, ich wenige Stunden oder Tage später eine Kritik schreiben konnte, die eben diese Thesen oder Schlußfolgerungen vortrefflich widerlegte. Hier gehe ich eher davon aus, daß ein unbewußter und noch unausgegorener Reflexionsprozeß angestoßen worden ist, der durch das Gefühl des "etwas kann hier nicht stimmen" angezeigt wurde. Dieser Anstoß ist für mich eine Form von Intuition, aber hier denke ich nicht an Gefühl, sondern ein ganzheitliches Erfassen, wie es der Funktionsweise von neuronalen Netzen entspricht. Denn anzunehmen, daß allein die Emotionen mir andeuten können, wenn irgendwo ein Fehler in der Argumentation ist, kann ich mir schwer vorstellen. Emotionen allein könnten viel eher anzeigen, ob mir ein Gedankengang sympathisch ist und dies hat ja in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung keine Bedeutung. Der intuitive Gedanke wird dann mithilfe des diskursiven Denkens in einen Argumentationsgang ausgelegt. Ich meine also, daß die Priorität Gefühl/Denken in beide Richtungen gehen kann. Im übringen plädiere ich dafür, daß die Trennung von Gefühl und Denken künstlich ist und manmehr von einem Ineinander ausgehen muß (so wie auch die strikte Trennung von Körper und Seele heute nicht mehr so vertreten wird.)
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Verfasst am: 11. 06. 08 [16:03]
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abstraktius (gelöscht)
Dabei seit: 20.04.2008
Beiträge: 1247
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Speziell zu dieser Frage: Es kann auch anders sein. Ich habe z.B. gemerkt, daß wenn mir beim Lesen von systematischen, v.a. philosophischen Texten an einigen Stellen etwas "faul" vorkam, ich wenige Stunden oder Tage später eine Kritik schreiben konnte, die eben diese Thesen oder Schlußfolgerungen vortrefflich widerlegte. Hier gehe ich eher davon aus, daß ein unbewußter und noch unausgegorener Reflexionsprozeß angestoßen worden ist, der durch das Gefühl des "etwas kann hier nicht stimmen" angezeigt wurde
Genau dieses gefühl kenne ich auch ! Diese Intuition ist ein guter Indikator, gell
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Verfasst am: 12. 06. 08 [13:23]
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John
Dabei seit: 25.05.2008
Beiträge: 67
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Serviera schrieb:
Emotionen allein könnten viel eher anzeigen, ob mir ein Gedankengang sympathisch ist und dies hat ja in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung keine Bedeutung.
Wirklich nicht?
Wie entstehen neue Ideen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Herr Planck ohne Intuition wesentlich neue Ideen in die damals als vollkommen abgeschlossen geltende theoretische Physik hinenbringen konnte.
Ich mag den Satz: In den Fußstapfen anderer kann man nicht überholen.
Serviera schrieb:
Der intuitive Gedanke wird dann mithilfe des diskursiven Denkens in einen Argumentationsgang ausgelegt.
Ja, aber hauptsächlich darum, damit der Gedanke für andere nachvollziehbar ist. Die Intuition wird durch den Verstand überprüft.
Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, meinem Gefühl zu trauen. Manchmal nehme ich es auch einfach, ohne zu hinterfragen, und das tut den Gefühlen gut. Gefühle brauchen genauso ihre Freiräume wie die Hochbegabung. Genauso wie die Hochbegabung gelebt werden sollte, sollten auch Gefühle gelebt werden. Das beginnt mit ganz elementaren Gefühlen wie z.B. einem Kältegefühl. Soll ich genau analysieren, warum mir kalt ist oder reicht es, wenn ich mir einen Pullover überziehe?
Ich behaupte auch, dass Gefühle wie Ärger und Aggression ihre Berechtigung haben und gelebt werden müssen. Es ist vollkommen in Ordnung, seinem Ärger Luft zu machen, aber man sollte natürlich nicht aus einer Aggression heraus etwas machen, was man hinterher bereut. Da wirkt dann (hoffentlich) der Verstand. Aber warum soll der Verstand dazu verwendet werden, negative Gefühle zu unterdrücken? Da wären wir bei Dr. Jekill (der Gutmensch) und Mr. Hide (der Böse). Keiner von beiden ist vollständig.
Die Gedanken erinnern mich an einen anderen Thread: Warum sind die Bösen interessanter als die Guten?
Vielleicht sind die vollständigen Menschen mit ihren positiven und negativen Eigenschaften und Gefühlen die wirklich tiefgründigen, interessanten Menschen.
[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 12.06.2008 um 13:24.]
Einen kleinen Teil genau wahrzunehmen ist nichts anderes als das Wesen des Ganzen zu erkennen.
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Verfasst am: 12. 06. 08 [19:04]
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Serviera (gelöscht)
Themenersteller
Dabei seit: 02.08.2008
Beiträge: 0
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@ John: OK, vielleicht muß ich ja relativieren, was ich geschrieben habe. Wenn ich davon ausgehe (was ich im anderen Thread geschrieben habe), daß man in der Geisteswissenschaft prinzipiell alles affirmieren oder negieren kann, dann ist es vielleicht nur sinnvoll, sich von seinem Gefühl leiten zu lassen, wenn man einen eigenen Standpunkt beziehen will.
Zu Max Planck: Er hat sich wohl einen Forschungsgegenstand gesucht, der in diesem abgeschlossenen Gebäude der Physik noch keinen Platz gehabt hat. Aber hier von Intuition auszugehen? Er hat lediglich noch nicht ausgetretene Wege beschritten.
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