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Buchtitel: | Smart Girls |
| A New Psychology of Girls, Women, and Giftedness | ||
| Autor: | Barbara A. Kerr | |
| Verlag: | Great Potential Press Inc | |
| Ausgabe: | Auflage: Revised. (Juli 1997) | |
| Preis: | €17,99 | |
| ISBN (10 Stellen): | 091070726x | |
| ISBN (13 Stellen): | 978-0910707268 | |
| Anzahl Seiten: | 270, Taschenbuch |
Nur wenige Monate nach dem Anstoß von außen begann Kerr eine Langzeitstudie mit ihren ehemaligen Schulkameradinnen. 10 und 20 Jahre nach dem Schulabschluss befragte sie sie zu Ausbildung, Familienstand, ihrem Verhältnis zur eigenen Hochbegabung sowie nach kritischen Ereignissen, die ihre Lebensentscheidungen beeinflusst hatten. Das Buch „Smart Girls“ enthält neben den Ergebnissen dieser eigenen Studie einen Überblick weiterer Untersuchungen, die sich mit herausragenden Frauen, deren Leistungen und vor allem den offenen und verdeckten Motiven hinter ihren Entscheidungen beschäftigen.
Die gesammelten Ergebnisse sind auf den ersten Blick nicht erbaulich: das Lebenseinkommen hochbegabter Frauen (zu denen in den unterschiedlichen Studien jeweils 25 bis unter 1 Prozent der untersuchten Mädchen zählt) liegt bei nur etwa der Hälfte dessen vergleichbarer Männer. Hochbegabte Mädchen verlieren mit Eintreten der Pubertät das Vertrauen in ihre intellektuelle Leistungsfähigkeit. Und eine Gesellschaft, die in Mädchen und Frauen trotz aller Emanzipation noch immer potenzielle Mütter und Hausfrauen sieht, drängt sie mit zweideutigen Rückmeldungen bezüglich ihrer Leistungen in eben diese Richtung.
Auf einen zweiten Blick legt Kerr aber nahe, dass und wie hochbegabte Frauen ihr Potenzial verwirklichen und gleichzeitig glücklich werden können. Anhand der Biographien herausragender Frauen - von Marie Curie bis Eleanor Roosevelt - stellt sie dar, wie Abgrenzung von einer entwicklungsfeindlichen Umwelt und Zeit, eigene Ideen auszuarbeiten, eine Begabung zur Blüte bringen können. Neuere Studien zur Lebenssituation hochbegabter Frauen deuten außerdem klar darauf hin, dass diese die Option „Familie und Karriere“ nicht nur bewältigen können, sondern damit auch glücklich werden - ebenso wie ohne Familie, aber mit handverlesenem Freundeskreis.
Dass das Buch keine feministische Kampfschrift ist, sondern ein ernsthafter und nachdenklicher Beitrag zur Lebenswirklichkeit weiblicher Hochbegabter, zeigt sich unter anderem an der Differenziertheit, mit der Kerr ihr Thema behandelt: der Unterschied zwischen Hoch- und Höchstbegabten entgeht ihr zumindest bei der Interpretation der verschiedenen Studien ebenso wenig, wie die Theorie der Multiplen Intelligenzen, denen sie sogar ein eigenes Kapitel mit Bezug zur Förderung von Spezialbegabungen widmet. Dass sich Kerr mit feministischer Relativierung à la „Frauen nicht an Männerwerten messen“ intensiv auseinandergesetzt hat, zeigt sich vor allem in ihrer zentralen, für alle Hochbegabten bedeutenden These: „je außergewöhnlicher ein Talent, desto größer ist die Verantwortung des Individuums und der Gesellschaft, dieses Talent zu fördern“. (S. 207) Anders ausgedrückt: Hausfrau ist keine Option!
